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Chinesische Journalistin : Mitarbeiterin von Deutscher Welle aus Haft entlassen

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Bedingt frei: Die chinesische Journalsitin Gao Yu darf das Gefängnis verlassen, muss die Haftstrafe aber zu Hause absitzen. Bild: dpa

Im April wurde die chinesische Journalistin Gao Yu, die auch für die Deutsche Welle arbeitet, zu sieben Jahren Haft verurteilt. Jetzt kommt sie frei – unter Auflagen.

          Die chinesische Journalistin und Mitarbeiterin der Deutsche Welle (DW), Gao Yu, darf das Gefängnis verlassen. Sie wurde in einem Revisionsprozess zwar zu fünf Jahren (nach zuvor sieben) Haft wegen angeblichen Geheimnisverrats verurteilt. Diese kann die 71 Jahre alte Gao Yu, die schwer herzkrank ist, aber außerhalb des Gefängnisses absitzen. Das Berufungsgericht hat laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua auf Gao Yus Antrag hin festgestellt, dass die Journalistin „tatsächlich ernsthaft krank“ sei. Aus diesem Grund sei entschieden worden, dass der Vollzug der Strafe „vorerst außerhalb des Gefängnisses“ stattfinden werde.

          Ihr Anwalt Mo Shaoping berichtete der Deutschen Presse-Agentur in Peking, dass Gao Yu voraussichtlich noch am Abend von ihrer Familie bei der Polizei abgeholt werden könne. „Sie kann nach Hause und sich in medizinische Behandlung begeben.“ Doch müsse Gao Yu bestimmte Auflagen erfüllen, sagte der Anwalt, ohne Details zu nennen. Die renommierte Journalistin war im Mai 2014 festgenommen und im vergangenen April wegen des angeblichen „Verrats von Staatsgeheimnissen“ zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

          Die Bundesregierung hatte sich mehrfach für die Freilassung der kritischen Journalistin eingesetzt und dabei wegen ihrer Herzkrankheit auch auf humanitäre Gründe gepocht. Der Intendant der DW, Peter Limbourg, freute sich über die Erleichterung für seine Mitarbeiterin. Er hatte die Reduzierung der Haftstrafe um zwei Jahre angesichts des Alters und des Gesundheitszustandes von Gao Yu zuvor als „geradezu zynisch“ bezeichnet.

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