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Rechtsextremismus : Journalist in Dortmund angegriffen

  • Aktualisiert am

Rechtsextremisten in Dortmund bei einer Kundgebung im September 2009 Bild: dpa

Immer wieder werden Journalisten bedroht, die über Rechtsextremismus berichten. Nach der jüngsten Attacke stockt die Dortmunder Polizei die Sonderkommission „Rechts“ auf.

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          Der Journalist Marcus Arndt wurde am späten Montagabend in der Dortmunder Innenstadt von zwei Unbekannten mit dunklen Kapuzenpullovern und Sturmmasken mit Steinen beworfen. Die Angreifer bedrohten den Mann dabei nach Polizeiangaben mit dem Tode. Als Arndt eine Schreckschusswaffe zog, flohen die Täter. Der Journalist, der von zwei Steinen am Oberkörper und von einem am Kopf getroffen wurde, musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

          Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange erklärte den Vorfall am Dienstag zur obersten Priorität. Die neu eingerichtete Sonderkommission „Rechts“ habe die Ermittlungen zu dem Angriff vom Vorabend aufgenommen und sei dafür um zwölf weitere Beamte aufgestockt worden.

          Die Polizei gehe davon aus, dass der Vorfall im Zusammenhang der fortgesetzten Einschüchterungen und Bedrohungen von Journalisten, politisch Aktiven und anderen Dortmundern durch Rechtsextremisten in den letzten Monaten zu sehen sei. Am Montag hatte die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ in der Stadt eine Kundgebung gegen ein geplantes Flüchtlingsheim abgehalten. Im Februar waren vermummte Rechtsextreme vor einer Flüchtlingsunterkunft mit Fackeln aufmarschiert und hatten ausländerfeindliche Parolen gerufen.

          Arndt selbst war zuvor bereits mehrfach von Neonazis bedroht worden. So waren über Twitter und Facebook gefälschte Todesanzeigen mit seinem Namen und den Namen anderer Journalisten veröffentlicht worden, die mit  „Nationaler Bewegung“ oder „Nationaler Widerstand“ unterzeichnet waren. Arndt berichtet als freier Journalist unter anderem auf dem Portal „metronews24“ über die rechte Szene.

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