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Journalismus 2020 : Im Zeichen von Corona

Eine Packung Unheil: Die Virushülle umgibt die Erbsubstanz des Erregers, die RNA. Bild: AP

Der Qualitätsjournalismus erlebte im Jahr der Corona-Pandemie eine Blüte. Zugleich werden „die“ Medien so hart kritisiert wie nie. Hat das seine Berechtigung?

          3 Min.

          Wie nennt es der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens? Von einem „Seuchenjahr“ spricht Volker Herres. Womit er selbstverständlich die Corona-Pandemie meint und nicht die Berichterstattung darüber. Bei dieser, meint die ARD, lag sie ganz vorn – mit zwölf „Brennpunkten“, 74 Ausgaben von „ARD extra“ und mehr als fünfzig Ausgaben der Talkshows, in denen es um Corona ging. Die „Tagesschau“ erreichte mit im Schnitt 11,77 Millionen Zuschauern (addiert von sämtlichen Kanälen, auf denen die Sendung läuft) ein Publikum wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Wobei man hinzufügen muss, dass es in mancher Sondersendung auch um den Brexit oder die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten ging.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Worauf Herres stolz ist, was sich Qualitätsmedien in diesem Jahr generell zugute halten – aktuelle, vielfältige Informationsgebung mit Hintergrund, die von Lesern, Hörern und Zuschauern in außerordentlichem Maß nachgefragt wird –, das erschien einigen schon beim ersten Lockdown im Frühjahr zu viel oder gar falsch, vor allem aber zu „regierungshörig“. So hat das Wort von den „System-Medien“ die Runde gemacht. Gemeint sind Medien, die vermeintlich mit der Regierung und bestimmten Parteien – im Fall der Corona-Pandemie aber vor allem mit „der“ Wissenschaft – in einem Boot sitzen und gemeinsam in eine Richtung rudern. So lautet das Mantra der „Querdenker“, die wir an dieser Stelle „Covidioten“ genannt haben. Es schließt sich kurz mit den Sagen der extremen Rechten (und auch ihres linken Pendants). Wie, konnte man bei den Ausschreitungen auf den Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen sehen.

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