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Johnny Depp gegen Amber Heard : Der Schauprozess

Kläger und Beklagte - und umgekehrt. Johnny Depp und Amber Heard beim Prozess in Virginia Bild: AP

In den sozialen Medien wird die Gerichtsverhandlung von Johnny Depp und Amber Heard zum hämischen und misogynen Spektakel. Um Wahrheitsfindung geht es hier nicht.

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          Als am Mittwochnachmittag ein weiterer Prozesstag in Fairfax, Virginia, endete, gab es einen Moment, der in seiner Harmlosigkeit bizarr wirkte: Nachdem Amber Heard, Beklagte und Klägerin, ihre Aussage beendet hatte, wandte sich Richterin Penney Azcarate routiniert an die Geschworenen und belehrte sie über eine Formalität: Sie dürften sich mit niemandem über den Prozess unterhalten, keine Nachrichten lesen, nicht selbst recherchieren und keine sozialen Medien nutzen. „Alles, was Sie wissen müssen, erfahren Sie innerhalb dieser vier Wände.“ Dann entließ Azcarate sie mit den Worten: „Kriegen Sie den Kopf frei!“ In der kommenden Woche gehe es weiter.

          Caroline O. Jebens
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Die sieben Geschworenen sind damit wohl die Einzigen, die nicht dürfen, was in den letzten Wochen Millionen von Zuschauern taten: kommentieren, analysieren, zerpflücken und zerreißen. Teils unterhaltend, beispielsweise wenn Johnny Depp, Kläger und Beklagter, die Fragen der Anwälte süffisant konterte; teils hämisch, beispielsweise wenn Heard zu weinen begann und vermeintlich nicht genug Tränen liefen.

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