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Twitterwetter : Fenster auf! Fenster zu!

  • -Aktualisiert am

Manche Fenster lässt man besser zu. Bild: Picture-Alliance

Wetterexperte Jörg Kachelmann macht im Netz seinem Zorn Luft – ohne Rücksicht auf Verluste.

          Dumm, dumm, dumm, skrupellose Journalistendarsteller, „Extremsommer“-Medioten, Schwachsinn, menschenverachtender Blödsinn, dumm, dumm, kollektive Bescheuerung in Medienhäusern, völliger Blödsinn, vollpfosteneskes Narrativ vieler Medien und absichtliche Desinformation heulbojesk-potsdämlicher Klimaprofessoren, völliger Stuss. Auch das ist frei erfundener Schwachsinn. Sie sind zu dumm für diesen Dialog. Ich habe nun keine Zeit mehr für Sie. Den erlittenen chronischen Sauerstoffmangel spürt man etwas am Stuss, den Sie schreiben. Zurzeit leide ich nur unter Ihnen. Bitte nerven Sie woanders. Sie sind der Depp von Twitter. Bitte wechseln Sie Ihren Beruf und schreiben Sie über etwas, wovon Sie Ahnung haben.

          Das sind nur ein paar Stunden im Twitterleben des Wetterunternehmers Jörg Kachelmann, doch seine Geduld mit der verbohrten, verblendeten und generell sehr, sehr dummen Menschheit kommt langsam an ihre Grenze, auf die er sich Tweet für Tweet hinschimpft. Immerhin ist er demokratisch dabei, denn egal, ob dahergelaufener Normalo-Twitterer, Journalist oder Forscher der Uni Basel, ob sie mit Fragen daherkommen oder mit Formeln – beschimpft werden müssen sie alle.

          Am ärgsten beschimpft werden müssen die, die im Sommer die Fenster schließen, die haben nämlich nicht verstanden, dass die Temperatur an sich noch keinen Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden hat. Wir haben das gestern ausprobiert und das Südgaubenfenster nicht geschlossen. Aus Versehen, zugegeben. Acht Stunden später waren es 37 Grad in der Dachwohnung, so bescheinigte das Thermometer im dunkleren Teil des Flurs. Und tatsächlich: Es ging uns immer noch gut. Wir hatten zumindest nicht das Bedürfnis, halb Twitter-Deutschland beschimpfen zu müssen, was vermutlich als positives Zeichen zu werten ist.

          Aber Herr Kachelmann will ja eigentlich nur unser Bestes. Und sorgt dafür, dass Menschen tagelang über relative und absolute Luftfeuchtigkeit debattieren und darüber, ob das jetzt nur für geschlossene Systeme oder auch unter Feldbedingungen gilt, ob Glasscherben Waldbrände entzünden können, ob das Phänomen Zugluft existiert oder die Mittagshitze und wie das jetzt mit dem Fenster ist. Wir raten: Browserfenster zu! Was sich im Internet dann noch überhitzt, das ist nicht mehr unser Problem.

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