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Intendantenwahl : Joachim Knuth wird Chef des NDR

Gewählt mit vierzig von 47 Stimmen: Joachim Knuth, der neue Intendant des NDR. Bild: obs

Es gab nur einen Kandidaten, und dass er gewählt würde, war klar: Der Rundfunkrat des NDR hat den Hörfunkdirektor Joachim Knuth zum Intendanten bestimmt. Jetzt ist der Radiomann ganz oben.

          Der Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunk hat Joachim Knuth am Freitag zum Intendanten des Senders gewählt. Er tritt die Nachfolge von Lutz Marmor an, der seinen Posten im Januar 2020 nach zwei Amtszeiten abgibt. Knuth erhielt im Rundfunkrat vierzig von 47 Stimmen, es gab sechs Enthaltungen und eine Ablehnung. Damit erreichte Knuth die notwendige Zweidrittelmehrheit. Er ist auf sechs Jahre zum Intendanten gewählt.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Der bisherige Hörfunkdirektor war der einzige Kandidat, den der Verwaltungsrat des NDR für die Wahl nominiert hatte – womit diese mehr oder weniger entschieden war. Mit der Nominierung war die Personalie durch und wurde der Wettbewerb oder gar eine Kontroverse, wie es sie zuletzt bei der Intendantenwahl im Südwestrundfunk gab, vermieden. Umgangen wurde auch die nicht nur in der ARD bei solchen Gelegenheiten gestellte Frage nach einer Kandidatin. Nicht an dem Kandidaten Knuth, wohl aber an dem einzig und allein auf ihn zulaufenden Verfahren hatte es von Rundfunkräten zuvor Kritik gegeben, der sich auch der Redakteursausschuss des Senders angeschlossen hatte. Dabei hätte sich Knuth jeder Konkurrenz stellen können. Seit 1985 arbeitet er für den NDR. Er war Redakteur, Referent des früheren Intendanten Jobst Plog, leitete die Nachrichtenwelle NDR Info, wurde Radio-Chefredakteur, dann Programmdirektor und zuletzt stellvertretender Intendant. Knuth ist nicht nur ein engagierter Vertreter seines Senders, sondern auch des oft unterschätzten, dem Fernsehen aber oft überlegenen Hörfunk-Journalismus. Dass es seit 2010 den Deutschen Radiopreis gibt ist maßgeblich dem Engagement von Joachim Knuth zu verdanken.

          Der NDR, sagte Knuth nach der Wahl zu seinen Zielsetzungen, sei das „führende Medienhaus“ in Norddeutschland“ und „ein Leistungsträger in der ARD“. Wo man schon stark sei, müsse man es bleiben, wo man noch nicht so stark sei, stärker werden, sagte Knuth und meinte damit, dass der Sender auf den sich wandelnden Medienkonsum reagieren und noch mehr „crossmedial“ produzieren müsse.

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