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Jill Abramson gründet Start-up : Ein Wal von einem Artikel für hunderttausend Dollar

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Große Pläne: Jill Abramson Bild: Picture-Alliance

Im Mai musste Jill Abramson als Chefredakteurin der „New York Times“ gehen. Jetzt erzählt sie von einem neuen Geschäftsmodell, das aus nur einem Artikel pro Monat besteht.

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          Jill Abramson hat große Pläne. In einer Zeit, in der journalistische Beiträge gern auch mal zwischendurch auf dem Smartphone gelesen werden sollen und die lakonische Replik „tl;dr“ für „too long, didn't read“ als Grund der Lektüreverweigerung allgemein hingenommen wird, schwärmt die ehemalige Chefredakteurin der „New York Times“ von Artikeln mit der Länge eines Wals.

          Länger als der längste Magazin-Artikel, allerdings kürzer als ein Buch sollen die Beiträge sein, die Abramson in ihrem neu gegründeten Start-up Monat für Monat veröffentlichen will, wie sie einem Bericht des Poynter-Instituts zufolge bei einem Podiumsgespräch Ende der vergangenen Woche im kalifornischen La Quinta verkündete. Bis zu hunderttausend Dollar Vorschuss bekomme, wer sie mit einer Recherche-Idee überzeuge. Leser könnten die Beiträge für einen monatlichen Beitrag von etwa drei Dollar online abonnieren.

          Derzeit arbeitet die Journalistin an der Finanzierung: „Wenn du die Fähigkeit zeigst, etwas qualitativ Anderes anzubieten, sind Investoren bereit aufzuspringen“, erklärte Abramson bei dem Journalistinnen-Symposium. Fünfzehn Geldgeber hätten sich ernsthaft für das Vorhaben interessiert, mit immerhin fünf Interessenten habe es eingehendere Diskussionen gegeben.

          Bislang steht nicht einmal der Name des neuen Mediums fest. Wohl aber der eines prominenten Mitstreiters: Steve Brill. Der Journalist hat es im „Time“-Magazin immerhin schon einmal auf einen sechsundzwanzigtausend Wörter langen Beitrag gebracht.

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