https://www.faz.net/-gqz-9gb1o

Ermordeter Journalist : Zeitschriftenverleger ehren Jan Kuciak

  • Aktualisiert am

Gedenken und Ehrung: Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova . Bild: Imago

Im Februar dieses Jahres wurde der slowakische Enthüllungsjournalist Jan Kuciak mit seiner Verlobten ermordet. Die deutschen Zeitschriftenverleger haben ihn nun postum für seine mutigen Recherchen geehrt.

          1 Min.

          Dem im Februar dieses Jahres ermordeten slowakischen Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak hat der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) den Preis „Goldene Victoria für Pressefreiheit“ verliehen. Die Familien Jan Kuciaks und seiner ebenfalls ermordeten Verlobten Martina Kusnirova nahmen die Ehrung auf der VDZ-Gala in Berlin, der „Publishers’ Night“, entgegen.

          Jan Kuciak schrieb als investigativer Reporter für das Internetportal Aktuality.sk, das der Ringier Axel Springer Media gehört. Zuletzt hatte Kuciak sich mit Steuervergehen beschäftigt, in die führende Politiker und mächtige Unternehmer verwickelt waren. Kuciak und seine Verlobte waren in ihrem Haus erschossen worden. Die Polizei hatte zunächst italienische Geschäftsmänner festgenommen, die Kontakte zur ’ndrangheta haben sollen. Sie wurden wieder freigelassen. Ende September wurden acht Personen von der Polizei festgenommen, vier von ihnen gelten als Hauptverdächtige für den Mord, als dessen Auftraggeber ein Multimillionär verdächtigt wird, zu dessen Geschäften Kuciak recherchiert hatte.

          „Jans Tod war für uns ein großer Schock. Doch wir lassen nicht zu, dass dieses Ereignis uns schwächt“, sagte Mark Dekan, der Vorstandsvorsitzende der Ringier Axel Springer Media. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, damit die Erinnerung an Jan für immer in unseren Herzen bleibt und damit der Fall, an dem er arbeitete und für den er mit dem Leben bezahlte, aufgeklärt wird.“ Mit der posthumen Ehrung Kuciaks werde „ein Signal gesetzt, dass die Wahrheit in der journalistischen Arbeit den höchsten Wert darstellt“. Der VDZ ist der Dachverband der deutschen Zeitschriftenverleger, er repräsentiert 490 Verleger. Die deutsche Zeitschriftenbranche beschäftigt nach Angaben des VDZ mehr als 9000 Journalisten, es erschienen 6500 Pressetitel sowie Tausende von Online- und mobilen Angeboten.

          Topmeldungen

          Tiktok und Wechat droht in den Vereinigten Staaten das Aus.

          Streit mit China : Amerika kündigt Verbot von Tiktok und Wechat an

          Die amerikanische Regierung will ihre Drohung wahr machen und Tiktok und Wechat verbieten. Damit platzt sie mitten in die Verhandlungen um eine Übernahme von Tiktok. Ist das Verhandlungstaktik? Und wie reagiert China?

          Belarus : Warum Lukaschenka ein Frauenproblem hat

          Die Proteste in Belarus sind auch eine Auflehnung gegen Lukaschenkas Patriarchat, in dem Frauen dafür da sind, Kinder zu gebären und ihre Männer zu erfreuen. Und das Minsker „Frauen-Forum“ des Diktators ist die Konterrevolution.

          Dokumentation „This is Paris“ : Trauma passt nicht zur Marke

          Hotelerbin, It-Girl, Trash-Ikone: Alle glauben, Paris Hilton als Blondine vom Dienst zu kennen. In einer neuen Dokumentation erzählt sie nun ihre persönliche Geschichte – mit einer Abgründigkeit, die man nicht erwartet hätte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.