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Böhmermanns erster Gast Gysi : Das Schmähgedicht hat ihn geärgert

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Gast in einer „schönen Jugendsendung“: Gregor Gysi kritisiert Jan Böhmermann Bild: dpa

Als „kleinen, lustigen, deutschen Politiker“ hatte Jan Böhmermann den Gast der ersten Ausgabe des „Neo Magazin Royale“ seit einem Monat angekündigt. Doch der findet längst nicht alles lustig.

          Gregor Gysi, früherer Fraktionschef der Linken im Bundestag, hat den Moderator Jan Böhmermann für dessen Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten kritisiert. Er habe das Gedicht über Recep Tayyip Erdogan gelesen und finde es „nicht witzig“, sagte Gysi vor seinem Auftritt in Böhmermanns ZDF-Show „Neo Magazin Royale“ in der Donnerstagsausgabe der „Freien Presse“. Es würden viele Vorurteile bedient, sagte Gysi. „Das ärgert mich. Es ist eine Schmähkritik.“

          Über die erste Folge der Satire-Show seit rund einem Monat sagte der Politiker der „Bild“-Zeitung nach der Aufzeichnung: „Es ist eine schöne Jugendsendung. Die Witze darin waren so teils, teils.“ Böhmermann hatte zuvor angekündigt, diesmal nur Witze von Zuschauern vorzutragen. In Anspielung auf den Strafrechtsparagrafen 103 hatte er dafür 103 Euro ausgelobt. Erstmals ausgestrahlt werden soll die neue Ausgabe der Sendung an diesem Donnerstag um 22.15 Uhr auf ZDF Neo.

          Witze über Erdogan gibt es darin laut Gysi nicht. Das strittige Erdogan-Gedicht von Ende März sei rechtlich gesehen eine Beleidigung, sagte der promovierte Jurist der „Freien Presse“ weiter. Er sei zwar ein Verfechter der Kunstfreiheit. „Aber man sollte sie auch nicht missbrauchen. Jan Böhmermann hätte das so nicht sagen müssen.“

          Doch auch die Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Erdogans Strafverlangen gegen Böhmermann zugelassen hatte, missbilligt Gysi: „Es ist höchst bedenklich, wie die Regierung vor jemandem kuscht, der massive Menschenrechtsverletzungen begeht.“

          Böhmermann hatte das derbe „Schmähgedicht“ über Erdogan in seiner Sendung vom 31. März vorgetragen. Die türkische Regierung verlangte daraufhin, dass gegen Böhmermann nach Paragraf 103 wegen der Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts ermittelt wird. In der Folge entspannte sich in Deutschland eine politische Diskussion über die Abschaffung dieses Paragrafen.

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