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Genugtuung des Jan Böhmermann : „Dieser Witz hat nie stattgefunden“

  • Aktualisiert am

Profi in Sachen Mittelfinger: ZDF-Moderator Jan Böhmermann Bild: dpa

Mit dem gefälschten Fälschungsvideo über den Mittelfinger des griechischen Finanzministers foppte Jan Böhmermann die Republik. In seiner Satire-Sendung auf ZDFneo hat der Moderator seinen Coup sichtbar ausgekostet.

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          Nächster Akt in der Stinkefinger-Affäre um das gefälschte Fälschungsvideo von ZDF-Moderator Jan Böhmermann über den griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis: In seiner Sendung „Neo Magazin Royal“ auf dem Spartensender ZDFneo hat der Satiriker die Verwirrung über das angeblich von ihm gefälschte Video sichtbar ausgekostet.

          „Wenn ich gerade irgend’n geschmacklosen Scherz über Natascha Kampusch gemacht haben sollte: Das war doctored, das war ein Fake“, sagte der Moderator in seiner Satire-Sendung, die am Donnerstagabend ausgestrahlt wurde. Er spielte damit auf die empörte Äußerung von Varoufakis in der ARD-Talkshow „Günter Jauch“ am vergangenen Sonntag an. Jauch hatte ein Video gezeigt, in dem zu sehen ist, wie Varoufakis auf einer Konferenz in Zagreb 2013 Deutschland angeblich den Mittelfinger entgegen streckt.

          In der Sendung von Jauch klagte der Finanzminister jedoch heftig, dass der gezeigte Ausschnitt manipuliert gewesen sei. „Dieser Witz hat nie stattgefunden. Spulen Sie zurück, Sie werden diesen Witz nicht entdecken“, witzelte Böhmermann nun.

          Klarstellung vom ZDF

          Der 34 Jahre alte Moderator hatte zuvor große Aufregung verursacht, indem er zunächst behauptet hatte, er habe das bei „Günter Jauch“ gezeigte Video gefälscht. In zahlreichen Online-Medien und sozialen Netzwerken war daraufhin über die Echtheit dieser Fälschung diskutiert worden. Selbst der griechische Finanzminister äußerte sich darauf hin auf Twitter und forderte von der Redaktion von „Günter Jauch“ eine Entschuldigung.

          Am Donnerstagmittag sah sich das ZDF schließlich zu einer Klarstellung genötigt: In einer Pressmitteilung erklärte der Mainzer Sender, die Behauptung von Böhmermann sei nur eine Satire-Aktion gewesen. Böhmermann und seine Redaktion hätten das Video mit Varoufakis nicht manipuliert, obwohl das bereits am Mittwochabend auf der Youtube-Seite des „Neo Magazin Royale“  veröffentlichte Video genau dies vorgaukelte. Mit erheblichem Aufwand hatte Böhmermann darin den Anschein erweckt, die entscheidende Szene im Varoufakis-Video manipuliert und sogar die Veranstalter des „subversive“-Festivals in Zagreb auf seine Seite gezogen zu haben. Der Fake wie auch der gefakte Fake wurden am Donnerstag in Medien und sozialen Netzwerken als grandioser Coup gefeiert.

          Außer dem bereits bekannten Ausschnitt, in dem sich Böhmermann auf ironische Weise als Fälscher des „Stinkefingers“ rühmte, war in seiner halbstündigen Sendung am Donnerstagabend nichts Neues mehr zu der Aktion zu sehen. Das ZDF sah sich allerdings schon am Mittag dazu genötigt, in Zukunft humorloser mit solchen verwirrenden Beiträgen umzugehen. Auf Twitter erklärte der Sender, er würde künftig alle Sendungen mit Böhmermann mit dem Warnhinweis „Vorsicht Satire“ belegen. Wie ernst das nun wieder gemeint war, weiß auch (noch) niemand so genau.

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