https://www.faz.net/-gqz-8m5j8

Vertrag verlängert : Böhmermann bleibt beim ZDF

  • Aktualisiert am

Bleibt beim ZDF: Jan Böhmermann. Bild: dpa

Juristisch steht er im Feuer, sein Sender und er stehen zusammen: Der Moderator Jan Böhmermann hat seinen Vertrag mit dem ZDF verlängert. Gibt es künftig sogar mehr als das „Neo Magazin Royale“?

          Der Moderator Jan Böhmermann wird bis Ende des kommenden Jahres beim ZDF bleiben. Der Vertrag sei für das Jahr 2017 verlängert worden, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Freitag. Böhmermann hatte in den vergangenen Monaten mit seinem Gedicht „Schmähkritik“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Furore gesorgt und es angesichts der strafrechtlichen Ermittlungen auch an kritischen Seitenhieben auf den Sender nicht fehlen lassen. Das ZDF hatte den umstrittenen Beitrag gesperrt.

          Böhmermann produziert für ZDFneo die wöchentliche Show „Neo Magazin Royale“. Weitere Projekte seien „im Gespräch“, sagte der Intendant Bellut. Angesichts der Talkshow von Böhmermann mit dem Musiker Olli Schulz merkte Bellut an: „Er ist schon ganz gut ausgelastet.“ Noch vor einigen Monaten hatte Böhmermann die Spekulationen angeheizt, er könne den Sender verlassen. In der Show am 27. Mai sagte er zu seinem Gast und TV-Kollegen Steven Gätjen: „Du hast gerade den Sprung geschafft vom Privatfernsehen zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ich hab’ ja demnächst vor, das andersrum zu machen.“ Dann aber schob er hinterher: „Nein, ist ein Spaß.“

          „Ein starker, selbstbewusster Sender“

          Am Mittwoch dann, nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Verdachts auf Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts eingestellt hatte, sagte Böhmermann bei seiner Erklärung in eigener Sache  doppelbödig: „Es ist enorm wichtig für mich als Künstler in solchen Momenten und Zeiten, einen starken, selbstbewussten öffentlich-rechtlichen Sender mit klarer, unabhängiger Haltung und selbstbewussten Redakteuren hinter sich zu wissen, der Streit, Diskurs und Meinungsvielfalt nicht nur aushält, sondern aktiv befördert - auch wenn es manchmal ein bisschen ungewohnt und anstrengend ist.“ Das konnte man als versteckte Kritik, aber auch als Bekenntnis verstehen.

          Zu der Tatsache, dass das in der Ausgabe des „Neo Magazin Royale“ vom 31. März enthaltene Gedicht „Schmähkritik“ gesperrt wurde, sagte der Intendant Bellut nur:„Es hat uns programmlich nicht gefallen.“

          Weitere Themen

          Hoffnung im Angesicht der Apokalypse Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Endzeit“ : Hoffnung im Angesicht der Apokalypse

          Blutverschmierte Münder, abgehackte Gliedmaßen und Non-Stop-Action – so kennt man als geneigter Zuschauer das Zombiefilm-Genre. Wie sich der deutsche Film „Endzeit“ dagegen abhebt und warum man gerade als Nicht-Zombie-Fan den Gang ins Kino wagen sollte, erklärt F.A.Z.-Redakteur Andreas Platthaus.

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?
          Frankfurts David Abraham (l.) und Goncalo Paciencia (r.) können Lebo Mothiba von Racing Straßburg nicht stoppen.

          Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligist vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.