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Anzeige des Ministers Salvini : Italiens Justiz ermittelt gegen Saviano

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Roberto Saviano wird von der italienischen Mafia bedroht. Bild: dpa

Weil er ihn als „Minister der Unterwelt“ bezeichnete, hatte der italienische Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini den Schriftsteller Roberto Saviano angezeigt. Nun gibt es Ermittlungen.

          Die römische Justiz ermittelt gegen den italienischen Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano („Gomorrha“) wegen des Vorwurfs der üblen Nachrede. Der italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechtsgerichteten Lega wirft Saviano Verleumdung vor. Der Schriftsteller hatte den Lega-Chef Salvini unter anderem als „Minister der Unterwelt“ bezeichnet. Saviano ist einer der schärfsten öffentlichen Kritiker des fremdenfeindlichen Kurses der neuen Regierung.

          „Ich stelle mich der Klage des Ministers der Unterwelt mit erhobenem Kopf“, schrieb Saviano am Freitag auf Twitter. „Wir müssen uns mit unseren Körpern für die Verteidigung der Verfassung und der Meinungsfreiheit einsetzen. (...) Ich habe keine Angst, ich hatte sie nie.“

          Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft in Rom Ermittlungen aufgenommen hat. „Gegen Saviano wird ermittelt? Das scheint mir das Mindeste. Eine Sache ist Kritik üben, die andere ist, jemanden als Mafioso zu bezeichnen“, sagte Salvini. „Wenn mich jemand als Mörder bezeichnet, wird er die Konsequenzen tragen.“ Saviano wurde mit seinem Buch „Gomorrha“ über die Mafia in Neapel auch international bekannt und erhielt Morddrohungen. Er kritisiert aber auch rechte und fremdenfeindliche Strömungen in Italien und setzt sich für Migranten ein.

          Im Juni hatte Salvini damit gedroht, den Personenschutz für Saviano auf den Prüfstand stellen zu lassen. Seitdem tobt ein Streit zwischen den beiden.

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