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Italien lacht : Silvios Harem

  • -Aktualisiert am

Berlusconi geht ins Museum Bild: Oggi

Er selbst spricht von einem „harmlosen Spaziergang mit jungen Parteifreundinnen im Park“. Schnappschüsse zeigen Berlusconi umringt von jungen Schönheiten, die er bei der Hand und auf dem Schoß hält. Die Zeitschrift „Oggi“ hat sie veröffentlicht, Italien amüsiert sich.

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          Ob sie zum Eiersuchen im Park von Silvio Berlusconis Anwesen auf Sardinien unterwegs waren? Die Stimmung von insgesamt fünf jungen Begleiterinnen, mit denen der italienische Medienmogul einen intimen Osterspaziergang unternahm, hätte jedenfalls nicht besser sein können. Lächelnd und tänzelnd schreiten die Ragazze einher, und der Gastgeber führt immer gleich zwei an den Händen durch die mediterrane Natur.

          Auf anderen Bildern, die jetzt in der Klatschzeitschrift „Oggi“ veröffentlicht wurden, sitzen zwei Mädchen auf dem soliden Schoß Berlusconis. Der scheint, ganz in Dunkelblau gekleidet, dabei genüsslich in die Kamera zu linsen. Nun aber, da sich mindestens halb Italien über den „Harem Berlusconis“ lustig macht, wettert der Milliardär, die Publikation der Osterbilder habe seine Privatsphäre verletzt und droht mit Klagen. Pino Belleri, Chefredakteur von „Oggi“, reklamiert dagegen ein öffentliches Interesse, die Italiener über das Privatleben des Mannes zu informieren, der nicht nur reichster Bürger, sondern auch Oppositionsführer ist: „Fotos von Putin, Bush oder Blair mit einer Hand in der Bluse eines Mädchens gibt es nicht. Ein Bild dieser Art muss ich veröffentlichen.“

          Rudel von Soubretten

          Beim Schnappschuss des linken Regierungssprechers Sircana, der sich auf dem Transvestitenstrich von Rom durchs Autofenster (nach den Preisen? nach der Stimmung? nach dem Wetter?) erkundigt, war „Oggi“ noch zimperlich gewesen und hatte den Abdruck verweigert. Sircana gab die peinlichen Fotos schließlich selber frei. Ob Berlusconi durch seine offensichtlichen Erfolge als Macho beim politischen Anhang ebenso an Glaubwürdigkeit verlieren wird wie Sircana bei dem Seinen, ist zweifelhaft. Schließlich hat der siebzigjährige Berlusconi - je oller, je doller - aus seinem Hang zu hübschen Mädchen kein Hehl und zuletzt Rudeln von Soubretten vor laufender Kamera den Hof gemacht. Mangel an diesbezüglichem Nachschub kennen seine spezialisierten Werbesender ohnehin keinen. Berlusconis Ehefrau Veronica hatte der Johannistrieb des Gatten deshalb zu einem Klagebrief in der linken Presse angestiftet. Da musste sich ihr Gemahl noch für seine Flirts entschuldigen, nun spricht er von einem „harmlosen Spaziergang mit jungen Parteifreundinnen im Park“.

          Veronica Berlusconi verbesserte diese Version bereits mit der ihr eigenen Weitsicht: Es habe sich wohl eher um einen Museumsbesuch gehandelt. Und die Turiner „Stampa“ erinnerte den derzeit irgendwie an Jörg Immendorf gemahnenden Ex-Premier an einen epochalen Ausspruch seines damaligen Verteidigungsministers: „Ich laufe immer noch den Mädchen hinterher; ich weiß nur nicht mehr, warum.“

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