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Interview mit Frank Elstner : Ich glaube an eine Wiederbelebung von „Wetten, dass ..?“

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Als das Wetten noch geholfen hat: Frank Elstner, Thomas Gottschalk und Wolfgang Lippert machten im Jahr 2001 gemeinsam Werbung fürs ZDF Bild: dpa

Das Ende von „Wetten, dass..?“ hat Frank Elstner als Erfinder des ZDF-Klassikers überrascht. Er findet richtig, dass die Show aus der Diskussion genommen wird. Doch im F.A.Z.-Interview glaubt Elstner an einen Neustart.

          Das ZDF hat am Samstagabend  verkündet, dass es mit „Wetten, dass ..?“ Ende des Jahres vorbei ist. Waren Sie eingeweiht?

          Auch mich hat diese Entscheidung überrascht. Aber das ZDF hat sich sehr anständig benommen und mich direkt am Ende der Sendung informiert. Ich sehe die Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist wahrlich immer traurig, wenn etwas endet. Lachend sehen sie mich, weil ich an eine Wiederbelebung von „Wetten, dass ..?“ glaube.

          Sie haben die Show am Samstag verfolgt. Wie fanden Sie die?

          Ich finde, das war eine tolle Sendung. Sie hatte gute Wetten, interessante Gäste und einen konzentrierten Markus Lanz. Ich kenne keine Sendung, die bei 23,1 Prozent Marktanteil eingestellt wird. Sorgen sollte sich RTL machen, mit zehn Prozent.

          Sie haben die Show 1981 erfunden und mit „Wetten, dass ..?“ Fernsehgeschichte geschrieben. Ist es nicht eigentlich ein Wunder, dass es diese Sendung nach einem derart langen Zeitraum überhaupt noch gibt?

          Von einem Wunder möchte ich in einem solchen Zusammenhang nicht sprechen. Die Sendung hatte mit Thomas Gottschalk einen wunderbaren Moderator. Sie hat ihre Höhepunkte in einer Zeit des Fernsehens gehabt, in der alles an Konkurrenz aufgeboten wurde, um die Show irgendwann irgendwie anzugreifen. Als ich gesendet habe, gab es noch nicht so viele private Stationen. Da hatte ich es natürlich leichter. Das bedenke ich, wenn ich jetzt die Nachruf-Texte auf „Wetten, dass ..?“ und von den Quoten lese, die ich damals hatte.

          Glaubt an die Lösung des „Wetten, dass..?“-Knotens: Frank Elstner in einer Sendung des Jahres 1987

          Vielleicht hat sich das mit den Wetten und den prominenten Gästen einfach überlebt.

          Ich glaube, dass die Grundidee der Sendung nach wie vor trägt. Sie wird ja auch oft genug kopiert. Es gibt viele Sendungen im Fernsehen, bei denen Sie alle paar Minuten sagen könnten: Wetten, dass? Ich hoffe wirklich, dass die Sendung nicht für alle Zeiten beerdigt wird im öffentlich-rechtlichen System. Vielleicht wird sie einmal wiederbelebt. Aber es ist ganz, ganz wichtig, dass sie jetzt aus der Diskussion kommt. Das Ganze war zum Schluss so verfahren, dass sich kein Mensch mehr Gedanken darüber gemacht hat, was bei der Show gut läuft, sondern nur darüber, was nicht funktioniert.

          Ich habe Sie kürzlich neben dem Pro-Sieben-Moderator Klaas Heufer-Umlauf in der Talkshow von Markus Lanz gesehen und gedacht: Das könnte es doch sein – drei Generationen der Fernsehunterhaltung: Der Staffelstab geht bei „Wetten, dass ..?“ von Elstner zu Lanz zu Heufer-Umlauf. Er ist im Verein mit seinem Kompagnon Joko Winterscheidt bei Pro Sieben ja nicht schlecht im Rennen. Wie wäre es denn mit den beiden?

          Es gibt mit Sicherheit immer wieder vielversprechende Kombinationen. Joko und Klaas sind sehr begabte Moderatoren und sie haben die Sympathie der Jüngeren, was sehr wichtig ist, schon allein wegen der Verbindung, die man heutzutage über die sozialen Medien zum Publikum halten muss. Aber ich will nicht über Konstellationen spekulieren. Ich habe mein Leben bislang sehr gut ohne Spekulationen überstanden.

          Die Idee zu Ihrer Show, um darauf noch einmal zurückzukommen, hatten Sie in England und am Küchentisch.

          Ich war einmal in England bei einem Hunderennen und habe den Abend mit einem Freund verbracht, der ein echter Zocker war. Dann habe ich bei einem Grand National auf einen Hund gesetzt, der als vollkommener Außenseiter ins Rennen ging. Der hat aber gewonnen - weil die anderen alle aus der Kurve geflogen sind. Ich habe an diesem Abend viel Geld gewonnen. Zwei Jahre später lag ich nachts im Bett und mir fiel diese Geschichte mit dem Hunderennen wieder ein. Und ich stellte mir die Frage: Warum wird eigentlich im deutschen Fernsehen nicht gewettet? Ich habe mich hingesetzt und noch in der Nacht das Konzept geschrieben, da war die Außen- und die Saalwette drin, die Überlegung, dass man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht um Geld wetten darf. So ist das Ganze entstanden.

          In der ersten Show im Februar 1981 waren nicht nur die Moderationskarten größer: vor allem die Quoten waren es

          Klingt problemlos und leichter als heute, da neue Unterhaltungskonzepte rar sind oder bei den Sendern nicht ankommen.

          Ob zwischen damals und heute so ein großer Unterschied besteht? Ich hatte viele Ideen und habe auch damals viele nicht durchgesetzt. Ich hatte aber das große Glück, dass meine Ansprechpartner beim ZDF gleich kapiert haben, worum es bei dieser Sache geht. Sonst würde es „Wetten, dass ..?“ nicht geben.

          Und Sie glauben wirklich, dass es noch nicht vorbei ist? Müsste man die Show nicht völlig neu aufsetzen?

          Ich glaube, es ist wichtig, der Zeit gemäß zu inszenieren. Das ist auch im Theater so. Aber, wie gesagt: Die Grundidee trägt. Was man an „Wetten, dass ..?“ ändern muss? Das kann ich Ihnen verraten, wenn Sie mir sagen, wann der nächste Sendetermin für die neue Sendung ist.

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