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Internetfernsehen : Was bei Netflix wirklich läuft

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Ellie Kemper (links) als Kimmy Schmidt macht Quote. Bild: AP

Mögen die Zuschauer die amerikanische Serie „House of Cards“ nicht? Eine repräsentative Umfrage hat nun überraschende Ergebnisse über die Netflix-Quoten der einzelnen Serien hervorgebracht.

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          Wer geglaubt hatte, das Publikum von Video-on-Demand-Diensten unterscheide sich deutlich von demjenigen, das die Programme der großen Sender konsumiert, sieht sich vielleicht ein wenig getäuscht. Ausgefeilte Spitzenserien in Sonderqualität, mit gesellschaftspolitischem Anspruch, perfekter Dialogregie und dramatischem Tiefgang, wovon Kritiker begeistert sind? Historisierte Science-Fiction-Epen im Cinemascope-Format? Intrigen im Weißen Haus? Mit Programmen dieser Art punktet der Abosender HBO weltweit seit Jahr und Tag, und darauf setzt und damit wirbt in letzter Zeit vor allem das Videoportal Netflix. Glaubt man einer Umfrage unter Nutzern des Dienstes, sind diese aber eher auf anderes erpicht.

          Wie das Branchenblatt „Variety“ berichtet, hat eine Firma aus San Diego mit repräsentativen Umfragen unter amerikanischen Netflix-Nutzern Rückschlüsse auf die vom Konzern geheim gehaltenen Einschaltquoten gezogen. Mit einer Stichprobe von 2500 Netflix-Nutzern beleuchtete der Recherchedienst Luith Research den Erfolg neuer und etablierter Serien. Und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. So konnten sich sowohl die Comic-Adaption „Daredevil“ mit einem Zuspruch von 10,7 Prozent der Abonnenten (4,4 Millionen Zuschauer) als auch Tina Feys neue Komödie „Unbreakable Kimmy Schmidt“ mit 7,3 Prozent (knapp drei Millionen) in den ersten dreißig Tagen ihrer Verfügbarkeit deutlich besser positionieren als die dritte Staffel der Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey und Robin Wright in den Hauptrollen. Das Aushängeschild von Netflix schauen der Erhebung zufolge nur 6,5 Prozent (2,7 Millionen) der Abonnenten.

          Die Daten wurden von Nutzern erhoben, die den Streaming-Dienst über Computer, Tablets oder Smartphones empfangen. Der Netflix-Konsum auf Fernsehgeräten mit eingebautem Netzempfang oder über internetfähige Spielkonsolen wurde bei der Umfrage nicht berücksichtigt. Als Nächstes will Luith Research die ebenfalls geheim gehaltenen Einschaltquoten von Amazon Prime veröffentlichen. Das könnte abermals für Überraschungen sorgen.

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