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Internet : Google und MTV machen gemeinsame Sache

  • -Aktualisiert am

Neue Konkurrenz für Youtube Bild: Youtube

Gemeinsam gegen Youtube: Google will auf seinen Seiten, aber auch in Blogs und vor allem in jungen Internetportalen von Werbung flankierte MTV-Musikclips anbieten. Es ist ein lukrativer Marketingcoup.

          Der Musiksender MTV und das Suchportal Google wollen mit einer Partnerschaft Websites wie die Videoplattform YouTube.com, die sich gerade mit dem Sender ABC verbündet hat, aber im Internet unautorisiert MTV-Inhalte verbreitet, unter Druck setzen. Google soll auf seinen Seiten, aber auch in Blogs und vor allem in jungen Internetportalen wie der Promiklatschseite popsugar.com von Werbung flankierte MTV-Musikclips anbieten.

          Der Schulterschluß des Musiksenders mit Google ist ein lukrativer Marketingcoup, mit dem MTV nicht nur der unautorisierten Verbreitung seiner Inhalte entgegenwirkt, sondern auch wieder auf Tuchfühlung mit der jungen Zielgruppe gehen will. Google, mit monatlich hundert Millionen Nutzern eine der meistbesuchten Seiten im Netz, will seinen Anfang des Jahres 2006 gestarteten Service Google Video, der in Konkurrenz zu nutzergesteuerten Websites wie Youtube.com steht, mit mehr Musik unterfüttern und sein Angebot als Werbedienstleister verbreitern. Die aus der Partnerschaft erzielten Werbeeinnahmen wollen sich die Unternehmen teilen. Vielgenutzte Internetseiten sind für die Werbeindustrie vielversprechend, weil auf ihnen die potentielle Kundschaft zielgruppengenau beobachtet und entsprechend angesprochen werden kann.

          Immer wieder Kontroversen

          Youtube.com, das seit Februar 2005 im Netz ist, hat sich rasend schnell zu einem populären Videoportal entwickelt. Seine Nutzung ist kostenlos. Auf den Seiten finden sich mit der Webcam produzierte Selbstdarstellungen der Nutzer, Werbe- und Musikclips, schräge Ausschnitte aus Fernsehsendungen sowie Kurzfilme, die als „Guck mal“-Gruß verschickt und getauscht werden können. Weil dafür vor allem „kultige“ Ausschnitte aus Fernseh- und Videofilmen beliebt sind, gab es immer wieder Kontroversen um Youtube. Mehrere große Konzerne forderten die Youtube-Betreiber auf, urheberrechtlich geschütztes Material zu sperren - so zum Beispiel der Fernsehsender NBC, dessen Comedy-Sendung „Saturday Night Live“ sich großer Beliebtheit auf der Website erfreute. Doch mit dem Bündnis mit ABC hat sich für Youtube das Blatt gewendet, der Erfolg bei den Nutzern ebnet den Weg aus der Illegalität.

          Auch Google hat mit der Frage des Urheberrechts zu kämpfen. Im vergangenen Jahr verklagten fünf große Buchverlage und die Presseagentur Agence France Press die Betreiber der Suchmaschine wegen unautorisierter Verlinkungen. Mit der Einbindung großer Medienkonzerne will Google den Schulterschluß statt der Kontroverse proben. Nach MTV hat Google Anfang August nun auch mit dem Fernsehkonzern und Besitzer der Website MySpace.com, Fox, eine Partnerschaft geschlossen, um Anzeigen und Suchfunktionen für das von Fox erworbene Sozialportal MySpace.com bereitzustellen.

          Seit Ende vergangenen Jahres haben sich die meisten amerikanischen Fernsehsender mit der Musik-Website iTunes des Unterhaltungskonzerns Apple zusammengeschlossen, um ihre Inhalte über die neue, bisher auf die amerikanische Version der Website beschränkte Videobibliothek von iTunes kostenpflichtig im Internet zugänglich zu machen. Für 1,99 Dollar kann man sich dort die aktuellen Episoden von Amerikas Fernsehhits herunterladen. Auch MTV ist dort unter den inzwischen zweiundvierzig angeschlossenen Sendern mit Programmformaten wie „Beavis & Butt-head“ oder „Jackass“ zu finden.

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