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TV-Krimi „München Mord“ : Der Mann, der aus dem Koffer kam

Kommissar Schaller (Alexander Held) kommt aus der Kiste: Beim Nachstellen der Tat hat er allerdings die Orientierung verloren. Seine Kollegin Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) hilft ihm wieder auf. Bild: ZDF und Hendrik Heiden

Der ZDF-Krimi „München Mord“ handelt von tödlich schwerem Gepäck: In einem Koffer wird die Leiche eines nackten Mannes gefunden. Die Polizei denkt an einen erotischen Unfall. In Wahrheit geht es um das große Geld.

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          Es ist schon bezeichnend, woran manche Ermittler bei dem Leichenfund gleich denken: ein nackter Mann in einem Koffer, mit einem Knebel im Mund? Da kommt für Abteilungschef Helmut Zangel (Christoph Süß) nichts anderes als eine erotische Verwicklung in Frage. Mit dem fesselnden Gedanken kommt Kommissar Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) dann auch der trauernden Witwe, kaum dass er ihr die Nachricht vom Tod ihres Mannes überbracht hat. Ob der Gatte vielleicht „eher freizügig“ war, so „in sexueller Hinsicht“? An der Stelle darf sich der Kommissar, der ohnehin kaum etwas anderes als Sex im Sinn hat und seiner neuen Flamme entsprechende Nachrichten schickt, schleunigst empfehlen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Kollegin Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) ist da feinfühliger. Sie würde in ihr Privatleben gern etwas Bewegung bringen. Doch gerät sie – nicht anders als in vorhergehenden Folgen von „München Mord“ –, an den Falschen, nämlich an jemanden, der mit dem Mord (nicht Unfall!) zu tun haben könnte und sie aushorchen will. Ihr Chef Ludwig Schaller (Alexander Held) wird derweil zum Opfer seiner Attitüde, den Tathergang en detail nachzustellen: Er klettert nackt in den Koffer, hat bald Grund, um sein Leben zu fürchten, verliert jede Orientierung und bedroht seine Mitarbeiter mit der Dienstwaffe. Kommissar Neuhauser beendet das mit einem satten rechten Haken. Von da an trägt der Chef Augenklappe.

          Da steht schon der nächste Koffer: Die Ermittler (Marcus Mittermeier, Alexander Held, Bernadette Heerwagen, von links) sind nicht amüsiert.
          Da steht schon der nächste Koffer: Die Ermittler (Marcus Mittermeier, Alexander Held, Bernadette Heerwagen, von links) sind nicht amüsiert. : Bild: ZDF und Hendrik Heiden

          Man sieht: Die drei Ermittler von „München Mord“ bleiben sich in ihrer unkonventionellen, mitunter slapstickhafte Züge annehmenden Haltung treu. Diese macht es umso schwieriger, den neuen Fall zu lösen, führt der doch zum Honorarkonsul der Republik Kasan und zu Victoria Sokol (Marion Mitterhammer) der Gesandten des Landes, mit dem die bayerische Staatsregierung lukrative Geschäfte aufnehmen will. Perfektes Auftreten und angemessene Garderobe seien ja wohl obligatorisch, weist Schaller seine Ermittler an. „Das sagt gerade der Richtige“, flüstert Neuhauser der Kollegin Flierl zu und – hat Recht.

          Fernsehtrailer : „München Mord“

          An den Figuren bleiben das Buch von Kai-Uwe Hasenheit und die Regie von Alexander Dierbach dran, dem von Christoph Süß schön fies gespielten Dienststellenleiter geben sie etwas mehr Raum als zuvor. Auch haben die Macher ein gutes Gespür für dezente Gags am Rande (für die muss zum Beispiel König Ludwig II, „unser Kini“ herhalten), die Geschichte aber plätschert dahin. Wäre nicht Marion Mitterhammer als elegant-böse Intrigantin, könnte einem schon ein wenig fad werden.

          Soll jemand beseitigt werden, sagt die Gesandte aus Kasan ganz locker und sanft: „Kein Mensch, kein Problem.“ An dem Spruch wird Kommissar Schaller sie erkennen. Zwischendurch aber könnte man glatt denken, die Story handele nur von „drei Losern, die versucht haben, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen“, womit Kommissar Neuhauser den Toten im Koffer und dessen beide beste Freund meint, die in den Fall verstrickt sind. Drei Loser – als solche fing das Trio von „München Mord“ im Keller des Polizeipräsidiums an. Inzwischen sind die Drei auf ihre ganz spezielle Weise zu Champions geworden.

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