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Grimme-Preis vergeben : Ist das Unterhaltung oder kann das weg?

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Nicht zu fassen, er hat den Preis schon wieder bekommen: Jan Böhmermann wird in Marl nicht zum ersten Mal ausgezeichnet. Bild: dpa

Vor einem Jahr setzte Jan Böhmermann sein Erdogan-Gedicht ab, jetzt bekommt er den Grimme-Preis – allerdings für andere Witze. Um einen weiteren Preisträger gab es in der Jury heftigen Streit.

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          Mit dem Grimme-Preis sind am Freitagabend im Theater Marl herausragende Fernsehproduktionen ausgezeichnet worden. Unter denPreisträgern war auch wieder der Satiriker Jan Böhmermann, der für die Beiträge #verafake und „Einspielerschleife“ in seinem „Neo Magazin Royale“ einen Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung erhielt. Gleich zwei Auszeichnungen gingen an die ARD-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ über die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe.

          Insgesamt wurden zwölf Preise, zwei Spezialpreise sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung in den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend vergeben. Der undotierte Grimme-Preis, der als wichtigster deutscher Fernsehpreis gilt, wurde zum 53. Mal verliehen.

          Gesellschafter des Grimme-Instituts sind der Deutsche Volkshochschul-Verband, WDR, ZDF, die Film- und Medienstiftung NRW, die Landesanstalt für Medien NRW, die Stadt Marl und das Land Nordrhein-Westfalen.

          Für Streit in der Jury Unterhaltung hatte die Auszeichnung der Pro Sieben-Show „Applaus und Raus!“ mit Moderator Oliver Polak gesorgt - der einzige Preis für einen Privatsender. Während die Jury-Mehrheit lobte, Polak gelinge es, das „ausgeleierte“ Fernsehgesprächsformat neu zu interpretieren, hatten sich zwei Jury-Mitglieder von der Entscheidung distanziert. Der Jury-Vorsitzende Dieter Anschlag und Juror Jürn Kruse kritisierten den für die Sendung verwendeten Hashtag #gastoderspast als diskriminierend für behinderte Menschen.

          Das ist der Preis, der in der Branche noch immer einen guten Namen besitzt. Preisträger berichten davon, das Grimme-Gebilde breche leicht ab.

          Zwei Grimme-Preise gingen an Beiträge, die sich um die Themen Flucht und Migration drehen: Der NDR-Film „45 Min: Protokoll einer Abschiebung“, der eine Abschiebeaktion in Norddeutschland dokumentiert, wurde in der Kategorie Information und Kultur ausgezeichnet. Einen Preis im Wettbewerb Kinder und Jugend erhielt „Nordstadtkinder: Lutwi“ (WDR) über einen zwölfjährigen Roma in Dortmund, der von Abschiebung bedroht ist.

          In der Kategorie Fiktion wurden der Fernsehfilm „Das weiße Kaninchen“ (ARD/SWR) über die Gefahren des Internets für Kinder, „Dead Man Working“ (HR/ARD Degeto) über den Selbstmord eines Investmentbankers und das Mutter-Tochter-Drama „Ein Teil von uns“ (BR) geehrt. Preise in der Kategorie Information und Kultur gingen an den Beitrag „Ebola“ (SWR/Arte) des Filmemachers Carl Gierstorfer und an Lena Leonhardt von der Filmakademie Baden-Württemberg für ihren Diplomfilm „Hundesoldaten“ (SWR) über die Diensthunde der Bundeswehr.

          Preisträger: Marcel Becker-Neu, Christina Ann Zalamea und Marc Schiesser (von links) werden für die Web-Serie „Whishlist“ ausgezeichnet.

          Ausgezeichnet wurden auch Artem Demenok und Andreas Christoph Schmidt für den Zweiteiler „Schatten des Krieges“ (RBB/NDR) über die russische Sicht auf die Kriegsjahre.

          Für eine „besondere journalistische Leistung“ in der Kategorie Information und Kultur wurde der Journalist und Dokumentarfilmer Ashwin Raman ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seine Produktionen „Im Nebel des Krieges - An den Frontlinien zum Islamischen Staat“ (ARD/SWR) und „An vorderster Front“ (ZDF), für die er allein in die Kriegsgebiete gegangen war, um direkt von den verworrenen Frontverläufen zum „Islamischen Staat“ und vom alltäglichen Leben neben dem Kampf zu berichten.

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