https://www.faz.net/-gqz-9rl5s

Deutscher Radiopreis 2019 : Radiomachen 1200 Meter unter Tage

  • Aktualisiert am

Auftritt im musikalischen Rahmenprogramm: Nico Santos und Lena Meyer-Landrut beim Deutschen Radiopreis. Bild: dpa

In Hamburg wurde der Deutsche Radiopreis 2019 vergeben. An Prominenz herrschte kein Mangel, an originellen Programmen auch nicht. Und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier machte sich für das Radio stark.

          3 Min.

          Rock und Pop, viel Applaus für die besten Radiomacher und eine Rede des Bundespräsidenten: Die Gewinner des Deutschen Radiopreises 2019 sind am Mittwochabend in der Hamburger Elbphilharmonie gefeiert worden. Zum Auftakt stand Udo Lindenberg vor den rund 1400 geladenen Gästen mit seinem Hit „Stärker als die Zeit“ auf der Bühne. Für den musikalischen Rahmen sorgten zudem Simply Red, Herbert Grönemeyer, Mark Forster, Lena Meyer-Landrut, Nico Santos und Khatia Buniatishvili. Marietta Slomka, Julia Jäkel, Andrea Sawatzki, Sönke Wortmann, Florian Lukas, Jörg Schüttauf und Dominic Raacke hielten die Laudationen und überreichten die Preise an die Ausgezeichneten, die eine unabhängige Jury des Grimme-Instituts ausgewählt hatte.

          Ehrengast war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er appellierte an Deutschlands Radiomacher, das kostbare Vertrauen ihrer Hörer zu erhalten. „Für viele sind Sie eben diejenigen, die die Meinung des Hörers im Alltag zu einem guten Stück prägen“, sagte Steinmeier. Der gemeinsame Wunsch müsse es sein, mit diesem Privileg verantwortungsvoll und sorgsam umzugehen.

          Der Radiopreis wird in zwölf Kategorien vergeben, die Auszeichnungen sind undotiert. 68 öffentlich-rechtliche und private Radios übertrugen die von Barbara Schöneberger moderierte Gala live.

          Den Preis für die „Beste Comedy“ erhielten Dirk Haberkorn und Boris Meinzer von Hit Radio FFH für „Achtung Alexa“. Das Format macht den Sprachassistenten zum Lockvogel am Telefon. Die Auszeichnung für die „Beste Reportage“ ging an Holger Senzel von NDR Info für „Unter Schlamm begraben – Spurensuche in Petobo“. Über den Preis für die „Beste Programmaktion“ konnten sich Johannes Ott und Mike Thiel von Radio Gong 96,3 freuen, für das Projekt „Taxi von Frauen für Frauen“. Als „Beste Innovation“ wurde die Morgenshow „Swop“ von Marc Haberland und Vivian Pickelmann auf Radio 104,6 RTL ausgezeichnet. Dort werden zu jedem Musiktitel per App und Knopfdruck oder Audiobefehl fünf gleichzeitig laufende andere Stücke angeboten. An deren jeweiligem Ende landen alle Hörer wieder beim selben Wortprogramme. Als „Beste Morgensendung“ wurden Andreas Kuhlage und Jens Hardeland für „Die N-Joy Monringshow bei N-Joy vom NDR bedacht.

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede in der Hamburger Elbphilharmonie.

          Als „Beste Moderatorin“ wurde Carmen Schmalfeldt mit „Radio Leverkusen am Morgen“ mit einem Preis bedacht. Radio, so befand die Jury, sei die Berufung von Carmen Schmalfeldt, sie sehe sich „als Vertraute der Hörer, die mitreißt, überrascht, komisch ist, und die nicht enttäuscht.“ Steffen Lukas wurde für „Die Steffen Lukas-Show“ auf Radio PSR geehrt. Lukas, so die Begründung, begleite die Hörer seit fünfundzwanzig Jahren „humorvoll, stilsicher, mit Haltung und mit wunderbar sächsischem Einschlag in den Tag.“

          Roger Rekless von Bayern 3 wurde zum „Besten Newcomer“ gekürt. Es gebe, so die Jury, „viele Gründe, David Mayonga alias Roger Rekless mit Begeisterung zuzuhören. Seine Sprache ist bildhaft, sein Hintergrundwissen breit, seine Liebe zur Musik frei von Genre-Grenzen. Gästen und Publikum bringt er in jeder seiner Moderationen Wertschätzung und ehrliches Interesse entgegen“. Den „Besten Podcast“ verortete die Jury in der „Geheimakte Peggy“ von Christoph Lemmer und Ralf Zinnow bei Antenne Bayern. Der Podcast erzähle die Geschichte der neunjährigen Peggy, die am 7. Mai 2001 verschwand und zeige Irrtümer der polizeilichen Ermittlung auf. Er sei „souverän recherchiert, gut erzählt, dialogisch und seriell aufgebaut“.

          In der Kategorie „Bestes Interview“ zeichnete die Jury die Sendung „Gesprächszeit“ mit Mario Neumann und Nicole Ritterbusch auf Bremen Zwei aus. Sie folgten dem Motto, dass jeder Menschen eine Geschichte zu erzählen habe. Thilo Jahn und Ilka Knigge wurden mit „Update“ bei Deutschlandfunk Nova für das „Beste Nachrichten- und Informationsformat“ prämiert. Ihr Team verbinde „fundierte Information mit anspruchsvoller Unterhaltung“. Den Radiopreis für die „Beste Sendung“ schließlich erhielten Lennart Hemme und Ralf Laskowski für „Deutschlands tiefste Morgensendung“ bei Radio Emscher Lippe. So, meinte die Jury, müsse Lokalradio gemacht werden – zum Ende der Steinkohle-Ära im Ruhrgebiet habe Radio Emscher Lippe sein Studio vor Ort verlegt – in die Grube Prosper Haniel, 1.200 Meter unter Tage. Dort sei eine beeindruckende Sendung entstanden.

          In diesem Jahr hatte es mit 442 Einreichungen von 154 Radioprogrammen so viele Bewerbungen für den Deutschen Radiopreis wie nie gegeben. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer unabhängigen Jury des Grimme-Instituts.

          Weitere Themen

          Der Maler der Lücke

          A.R. Penck in Dresden : Der Maler der Lücke

          Das Albertinum Dresden zeigt unbekanntere Seiten des Künstlers A.R. Penck. Gezeichnet wird das Bild eines jungen Mannes, der sein Können zurückhielt, um im Strom der Ideen zu treiben.

          550.000 Euro für eine Mona Lisa-Kopie Video-Seite öffnen

          Versteigerung zum Spitzenpreis : 550.000 Euro für eine Mona Lisa-Kopie

          In Paris ist eine Kopie des berühmten Gemäldes von Leonardo da Vinci für einen Spitzenpreis verkauft worden. Das Bild wurde im 17. Jahrhundert von einem unbekannten Künstler gemalt. Es gleicht dem Original bis auf wenige Details, ist aber etwas größer.

          Topmeldungen

          Hinter den Häusern und Kirchen der Innenstadt in München sind am Morgen die Berge sichtbar.

          Bauvorhaben und Infrastruktur : Bayern und seine Schwächen

          Bayern steht gut da, doch auch im Freistaat hakt es mancherorts außerordentlich. In München droht gar ein verkehrspolitisches Desaster – das bald womöglich den Vergleich mit dem Berliner Flughafen nicht mehr scheuen muss.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook in einem Computerwerk in Austin, Texas

          Freundschaftstest : Trump macht Apple Hoffnung

          Tim Cook empfängt den Präsidenten zum Fototermin in einem Computerwerk in Texas. Dieser nützt die Kulisse für Attacken gegen seine politischen Gegner – und signalisiert, dass Apple von Strafzöllen verschont werden könnte.
          Peter Feldmann bei einem Besuch im Awo-Jugendhaus im Frankfurter Gallusviertel im Jahr 2014.

          Peter Feldmann und die Awo : Das Schweigen des Oberbürgermeisters

          Weil die Arbeiterwohlfahrt seine Ehefrau zu ungewöhnlich guten Konditionen beschäftigt haben soll, steht Peter Feldmann stark unter Druck. Die Awo rechtfertigt derweil die hohe Bezahlung der Frau des Frankfurter Oberbürgermeisters – und hat noch in einem anderen Fall Probleme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.