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Auto angezündet : Angriff auf B.Z.-Kolumnisten

  • Aktualisiert am

Zu dem Brandanschlag auf das Auto eines B.Z.-Journalisten ermittelt der Staatsschutz. Bild: dpa

In Berlin wurde das Auto eines Kolumnisten der Boulevardzeitung „B.Z.“ angezündet. Linksextremisten rühmen sich der Tat – die von Bischöfen und dem Bezirksbürgermeister verurteilt wird.

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          Die beiden Berliner Bischöfe haben die Angriffe auf einen Berliner Journalisten nachdrücklich kritisiert. „Wir verurteilen aufs Schärfste alle Akte der Einschüchterung und Gewalt gegen Andersdenkende“, betonten der katholische Erzbischof Heiner Koch und der evangelische Bischof Christian Stäblein in einer gemeinsamen Erklärung.

          „Die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte sind höchstes Gut in unserem Land“, erklärten der Erzbischof von Berlin und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie seien schockiert und empört über die gewalttätigen Angriffe gegen den Journalisten und die Drohungen gegen dessen Familie.

          Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), sprach von einem absolut inakzeptablen „kriminellen Akt“. Die Privatsphäre von in der Öffentlichkeit stehenden Menschen dürfe nicht zum Ersatzfeld politischer Auseinandersetzungen oder gar zum Ziel einer Gewalttat werden, erklärte der SPD-Politiker. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, sprach auf Twitter von einem „widerlichen Angriff auf die Pressefreiheit“.

          Das Auto des Journalisten der Boulevardzeitung „B.Z.“ war in der Nacht zu Silvester in der Nähe seines Wohnhauses angezündet worden. Der Wagen brannte, wie die „Berliner Morgenpost“ berichtete, vollständig aus, zwei weitere Fahrzeuge seien beschädigt worden.

          Auf der Webseite „de.indymedia.org“ war ein Bekennerschreiben von Linksextremisten erschienen, die sich der Tat rühmen. Man habe den SUV des Journalisten „abgefackelt“, hieß es dort, der „Lokalcholeriker“ müssen nun zu Fuß laufen. Dabei gaben die mutmaßlichen Täter die genaue Adresse an, unter welcher der Journalist mit seinen Kindern wohnt, was als weitere unmissverständliche Drohung zu werten ist.

          Der Brandanschlag, hieß es bei „de.indymedia.org“ sei die „zweite Abmahnung“ gewesen. Im Jahr 2014 war schon einmal der Wagen des Journalisten angezündet worden. Auch damals rühmten sich Linksextremisten bei „indymedia“ der Tat. Der polizeilische Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen des Brandanschlags auf.

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