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Im Gespräch: Pro-Sieben-Geschäftsführer Thilo Proff : Heidi Klum gehört unbedingt dazu

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Fest im Programm verankert: Heidi Klum und inmitten vieler Karriereträume Bild: ProSieben/Ralf Jürgens

Pro Sieben ist der Sender, der für die ARD Kärrnerarbeit beim Grand Prix geleistet hat. Was hat der Sender davon? Macht Stefan Raab, was er will? Und wieso ist Heidi Klums Modelshow wichtig? Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Thilo Proff.

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          Herr Proff, langsam legt sich das Lena-Fieber, das spätestens seit dem Finale des Eurovision Song Contest herrschte. Hat davon etwas auf Pro Sieben abgestrahlt? Man konnte meinen, Stefan Raab sei inzwischen bei der ARD.

          Thilo Proff: Ich sehe das eher als Dreigestirn: Stefan Raab, das Erste und Pro Sieben. Die Idee zu unserer Zusammenarbeit ist vor über einem Jahr entstanden, und wir haben sie gemeinsam verfolgt. Es ist kein Geheimnis, dass die Musik Stefan Raabs Domäne ist. Was „Unser Star für Oslo“ angeht, hat er in der gesamten kreativen Entwicklung und der Begleitung im Marketing und in der PR die hundertprozentige Unterstützung von Pro Sieben - und der ARD - gehabt. Der Grand Prix strahlt auf alle drei Marken ab. Aus der von Stefan sehr ernsthaft ausgerufenen nationalen Aufgabe ist eine nationale Begeisterung geworden, an der wir alle unseren Anteil haben.

          Sie fühlen sich nicht als Steigbügelhalter der ARD? Sie hatten die Vorrunde, das Erste das Finale mit einem Marktanteil von fast fünfzig Prozent. Da hat niemand Pro Sieben geguckt.

          Über mangelnde Aufmerksamkeit können wir uns nicht beklagen. Lena wird sehr stark mit der Marke Pro Sieben assoziiert. Dass das Finale im Ersten läuft, das wussten wir vorher. Sie müssen berücksichtigen, dass die Senderechte am Eurovision Song Contest dem Ersten gehören.

          Wie soll es mit der Sache weitergehen? Soll Lena Meyer-Landrut wirklich ihren Titel verteidigen? Fänden Sie es nicht bedauerlich, wenn es eine Vorauswahl wie in diesem Jahr nicht gäbe?

          Es ist richtig, mit einer neuen Idee an den Start zu gehen. Stefan Raab setzt genau auf die richtige Herangehensweise. Ich habe keine Zweifel an seiner Idee. Denken Sie nur an die Unkenrufe, die es gab, als wir mit „Unser Star für Oslo“ begonnen haben. Und wenn es beim nächsten Mal um Lena und das Lied geht, das sie 2011 vorträgt, heißt das ja nicht, dass wir darauf nicht wieder einen Casting-Wettbewerb abrufen können.

          Stichwort Casting: Nächste Woche ist das Finale ihrer anderen Auswahlshow, „Germany's next Topmodel“ mit Heidi Klum. Was diese dort mit jungen Frauen treibt, ist nicht nur bei Kritikern umstritten. Sie zählt für Sie aber offenbar zum festen Repertoire wie Raab.

          Absolut. „Germany's next Topmodel - by Heidi Klum“ ist eine von mehreren sehr wichtigen Marken von Pro Sieben. Da haben wir Stefan Raab mit seinen Ideen und Events, Heidi Klum, da sind die „Popstars“, da ist die Pro-Sieben-Comedy, da ist „Galileo“, und da sind die amerikanischen Serien und Blockbuster. Auf diesen Stützen ruht die Marke Pro Sieben, Heidi Klum gehört unbedingt dazu.

          Ich bin erstaunt, dass es immer noch junge Frauen gibt, die sich von Heidi Klum umherscheuchen lassen. Denn wer von den Elevinnen wird „Topmodel“? Da erfüllen sich keine Träume.

          Das sehe ich anders. Dass es ein Traum junger Mädchen ist, als schön wahrgenommen und bewundert zu werden, steht außer Frage. Und wenn ich mir ansehe, wie die Mädchen an der Verwirklichung ihres Traums arbeiten, habe ich den Eindruck, dass es funktioniert. Die Siegerinnen von „Topmodel“ sind seither sehr gut beschäftigt.

          Würden Sie Ihrer eigenen Tochter oder meinethalben Nichte raten, an Heidi Klums Show teilzunehmen?

          Ich habe zwar keine eigenen Töchter, aber ich könnte ihnen versichern, dass die Teilnehmerinnen dieser Casting-Show gerecht behandelt werden. Wenn es also der Wunsch einer - nicht vorhandenen - Tochter wäre, sich für Heidi Klums Show zu bewerben, dann würde ich das nicht verhindern.

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