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Im Gespräch: Anke Engelke : Es ist spannend, was gerade geschieht

  • Aktualisiert am

Zurück zu ihrem Element: Anke Engelke startet mit der nächsten Staffel von „Ladykracher” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

An diesem Freitag startet die nächste Staffel von „Ladykracher“. Anke Engelke ist nicht nur Hauptdarstellerin, sondern auch Produzentin. Im Gespräch äußert sie sich über Reich-Ranickis Fernsehkritik, Harald Schmidts Überdruss am eigenen Sendeformat und die Methoden der „Bild“-Zeitung.

          An diesem Freitag startet die nächste Staffel von „Ladykracher“. Anke Engelke ist nicht nur Hauptdarstellerin, sondern auch Produzentin. Im Gespräch äußert sie sich über Reich-Ranickis Fernsehkritik, Harald Schmidts Überdruss am eigenen Sendeformat und die Methoden der „Bild“-Zeitung.

          Es wird gerade viel über die Krise des Fernsehens gesprochen. Schauen Sie noch fern?

          Es klingt immer so toll zu sagen, nee, ich schaue nie fern, aber ich schaue schon fern, aber sehr gezielt. Ich halte nach wie vor das Fernsehen für das beste Medium, was Nachrichten angeht, weil es am schnellsten ist.

          Internet?

          Da bin ich aber nicht der Typ für. Also ich finde das Fernsehen da eigentlich schon ganz fix. Wenn ich abends das Doppelpack hinkriege nach der Arbeit, „Heute-Journal“, „Tagesthemen“, freue ich mich. Das ist total Old School, aber ich freue mich. Aber ich mache danach gezielt auch aus.

          Wie früher.

          Ja, ich bin da ganz altmodisch. Ich lese auch gerne Zeitung. Wenn die mir am nächsten Tag dazu noch was zu sagen hat, sehr gut. Mit dem Internet, so weit bin ich noch nicht. Da brauche ich wohl noch ein paar Jahre, bis ich da den Eindruck habe, da arbeiten Journalisten, denen ich vertraue.

          Haben Sie das Gefühl, beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen gebildeter zu werden als bei den Privatsendern?

          Ich glaube zum Beispiel Peter Klöppel. Aber es tut mir immer so leid, wenn er irgendwelche sogenannten bunten Meldungen anmoderieren muss. Ich gucke immer, welchem Anchorman oder welcher Anchorwoman ich glaube. Das ist extrem subjektiv und extrem pupsig, aber so mache ich das. Man weiß ja auch vorher, wer nächste Woche dran ist. Und wenn es dann heißt, nächste Woche ist mein Kollege Sowieso hier, dann denke ich, ach schade und gucke dann halt nicht.

          Sie waren beim Fernsehpreis. Reich-Ranicki. Der Eklat. Wie haben Sie diesen Abend erlebt?

          Also. Grundsätzlich finde ich solche Veranstaltungen total interessant. Ich bin wahnsinnig gerne Zaungast. Ist zunehmend schwer, wenn man selber eventuell auch interessant ist für die Menschen dort. Kann man nicht mehr so gut beobachten, aber da kann man sich ja drüber hinwegsetzen. Wenn man einfach ignoriert, dass man selber angeglotzt wird, kann man ja trotzdem noch glotzen oder höflich schauen vielmehr, Glotzen ist ja doof. Ich gucke mir die Leute gerne an. Da erfährt man so viel über die Menschen und kann dann hinterher überlegen, ob man ihre Kunst noch mag oder nicht. Wenn sich da jemand auf der Bühne komisch bewegt und irgendwas hat, was ich vorher noch nicht gesehen habe, dann ist das sehr aufschlussreich. Ich glaube, ich möchte den Kreis derer, die ich wirklich ernst nehme, ein bisschen übersichtlich gestalten. Man kann nicht alles toll finden. Man muss aussortieren. Dafür sind solche Abende ideal.

          Haben Sie Marcel Reich-Ranicki verstanden?

          Nein. Ich muss davon ausgehen, dass ein Ehrenpreisträger weiß, was für einen Preis er bekommt. Da erwarte ich schon ein bisschen Vorkenntnis vielleicht. Da ist eventuell wirklich ein Mann, der nicht viel fernschaut und nicht wirklich weiß, was da passiert im Fernsehen, und insofern ist seine Kritik vielleicht ein bisschen vorschnell und zu radikal. Aber grundsätzlich ist sie im Kern richtig und treffend, weil, glaube ich, jeder Mensch, der heutzutage bewusst fernsieht, frustriert ist.

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