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Im Fernsehen: „Der Mann auf dem Baum“ : Kläglicher Sitzenbleiber

  • -Aktualisiert am

Hans (Jan Josef Liefers) im Pech: Das Siegeszeichen ist ein Akt der Verzweiflung. Bild: dpa

In „Der Mann auf dem Baum“ kämpft Jan Josef Liefers um das Sorgerecht für seinen Sohn. Nicht nur der Baumhaussegen hängt in diesem Film schief.

          Jan Josef Liefers sitzt auf einem Baum und kommt nicht wieder runter. Das sei lustig, findet der WDR. Und ein bisschen traurig und gesellschaftskritisch auch. Der Fernsehfilm „Der Mann auf dem Baum“ allerdings, geschrieben von Silke Zertz, ist einfach nur ziemlich langweilig, und da können sie noch so nette Slogans an den Baum pappen wie: „Nieder mit der Mütterdiktatur in Deutschland“. Der Beginn einer „Männerbewegung“, losgetreten von einem Vater, der von sich selbst sagt, er sei „biologisch Mann, gefühlt verlassene Mutter, tatsächlich Idiot“?

          Auf der Straße kann man sich das vorstellen. Schon des deutschen Sorgerechts, des Frauenfußballs und der Patchwork-Propaganda wegen. Als abendfüllender Film aber? Hätte das, wenn man nicht auf ein bitteres Scheidungsdrama wie weiland Dieter Wedels „Papa und Mama“ aus ist, wohl nur mit einer gehörigen Portion Wahnsinn funktioniert, in der Überzeichnung. In „Der Mann auf dem Baum“ hingegen (Regie: Martin Gies) wird eine an und für sich witzige Grundidee mit den Mitteln des Wohlfühlfernsehens umgesetzt, bis von ihr nichts mehr zu erkennen ist. Das Ergebnis - „Liebe ist ein Spiel für zwei Personen, es gibt keine Regeln, kein Fairplay, keine Gnade“ - ist eine mutlose, seichte, rührselige und konventionelle Beziehungsklamotte mit Hang zum Happy End. Sobald die Polizei kommt, ist dieser Mann vom Baum schon wieder runter.

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