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Studie zum Computerwissen : Ein Drittel der deutschen Achtklässler ist abgehängt

Mädchen kennen sich besser mit Computern und digitalen Medien aus: Ein Ergebnis der internationalen Vergleichsstudie ICILS Bild: Picture-Alliance

Mädchen kennen sich in der achten Klasse deutlich besser mit Computern aus als Jungen, stellt eine Studie fest. Bei fast einem Drittel der Jugendlichen ist das Wissen so schwach, dass sie es später einmal schwer haben werden.

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          Knapp ein Drittel der deutschen Achtklässler wird es „voraussichtlich schwer haben, erfolgreich am privaten, beruflichen sowie gesellschaftlichen Leben des 21. Jahrhunderts teilzuhaben“. Allein das Aufwachsen in einer von neuen Technologien geprägten Welt mache Kinder und Jugendliche keinesfalls automatisch zu kompetenten Nutzern digitaler Medien. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationaler Vergleich der computer- und informationsbezogenen Kompetenzen, der an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt worden ist.

          Insgesamt liegen die Leistungen der hiesigen Schüler im Alter von zwölf bis dreizehn Jahren im Mittelfeld, signifikant über dem internationalen Mittelwert, aber leicht unter dem der anderen teilnehmenden EU-Staaten. Schülern aus Tschechien, dem kanadischen Bundesstaat Ontario, Australien und Dänemark, aber auch aus Polen, Norwegen, Südkorea und den Niederlanden wird ein signifikant höheres Leistungsniveau bescheinigt als den Gleichaltrigen in Deutschland.

          Mehr Bücher, bessere Kenntnis

          Weltweit sind 21 Bildungssysteme an der Studie beteiligt, an der bundesweit repräsentativen Stichprobe waren an 142 Schulen 2.225 Schüler sowie 1.386 Lehrer beteiligt, die in der achten Jahrgangsstufe unterrichten.

          In Deutschland ist der Anteil Jugendlicher aus Familien mit „höherem kulturellen Kapital“ – angesetzt wird hier ein Bestand von mehr als hundert Büchern im Haushalt – an den beiden Spitzengruppen des in fünf Kompetenzstufen unterteilten Feldes doppelt so hoch wie der aus Haushalten mit weniger als hundert Büchern. Insgesamt liegt der Anteil hiesiger Schüler, der die höchste Kompetenzstufe erreicht hat, mit lediglich 1,5 Prozent unter dem internationalen Mittelwert, dem der EU- und dem der OECD-Vergleichsgruppe.

          Sie lernen trotz der Schule

          In allen teilnehmenden Ländern fällt auf, dass Mädchen einen signifikanten Leistungsvorsprung bei computer- und informationsbezogenen Kompetenzen vor den Jungen haben. Am stärksten ausgeprägt ist er in Südkorea.
          Annähernd dreißig Prozent der in Deutschland befragten Lehrer sind der Ansicht, ihre Schüler würden durch den Einsatz digitaler Medien vom Lernen abgelenkt, nach Angaben von 34,4 Prozent der Lehrer führe der Computereinsatz im Unterricht zu organisatorischen Problemen. Auch wenn dem Lehren und Lernen mit digitalen Medien Potential zugesprochen werde: Die Realität dessen, was tatsächlich in den Klassenräumen geschieht, sieht anders aus.

          Entsprechend harsche Kritik üben die Leiter der Studie, die Schulforscher Wilfried Bos aus Dortmund und Birgit Eickelmann aus Paderborn an einer veralteten Computer-Ausstattung in den Schulen. „Hierzulande“, fasst Bos zusammen, „lernen Schüler den Umgang mit Computern trotz Schule.“

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