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Huffington Post kommt nach Deutschland : Das ist eine Kampfansage

  • -Aktualisiert am

Auf Expansionskurs: Arianna Huffington, die Gründerin der Huffington Post Bild: dpa

Die amerikanische „Huffington Post“ expandiert weiter. Bald könnte die Internetzeitung auch in deutscher Sprache erscheinen. Einen Partner hat das Unternehmen offenbar bereits gefunden.

          Die amerikanische Internetzeitung „Huffington Post“ hat offenbar einen deutschen Partner gefunden. Das seit 2005 auf Englisch erscheinende redaktionelle Medienangebot plant seine internationale Ausbreitung seit Jahren. Nach dem Aufbau italienischer und französischer Redaktionen blieb der deutsche und damit größte europäische Sprachraum allerdings bislang verschlossen. Doch jetzt hat die „Huffington Post“ offenbar einen Partner gefunden: das börsennotierte Unternehmen Tomorrow Focus, dessen Hauptaktionär Burda ist. Der Sprecher ziert sich zwar noch, doch klingt das Dementi nach der branchenüblich verklausulierten Bestätigung: Man werde sich „grundsätzlich nicht zu Gerüchten äußern“, sagte er.

          Blogger gehen leer aus

          Dieser Schritt wird den Wettbewerb von Medienangeboten im Internet in Deutschland verschärfen. Die „Huffington Post“ sorgte in den zurückliegenden Jahren gleichermaßen für Aufsehen wie für Unmut. Die Gründerin Arianna Huffington setzt seit Anbeginn auf ein kostenloses Angebot, das allein durch Werbeerlöse finanziert wird. Zu dieser Strategie gehört auch, dass Festangestellte gering und die vielen beitragenden Blogger gar nicht bezahlt werden: Für ihre Beiträge gibt es kein Geld. Daran änderte sich auch nichts, als das Internet-Unternehmen AOL die „Huffington Post“ 2011 für 315 Millionen Dollar übernahm. Der Kauf ging offenbar auf ein Strategiewechsel des Internetriesen zurück, der sein Angebot redaktionell erweitern wollte. AOL erwarb in den zurückliegenden Jahren auch die großen Blogs „Techcrunch“, „Engadget“ und viele weitere.

          Dass die Burda-Tochter Tomorrow Focus mit der „Huffington Post“ gemeinsame Sache macht, ist eine Kampfansage an alle jene, die versuchen, für journalistische Angebote im Netz von den Lesern Geld zu verlangen - vorneweg der Springer-Verlag. Wie schwer es Online-Blätter haben, gleich, wie sie sich entscheiden, zeigt das Scheitern der zwischen 2000 und 2009 erschienenen kostenlosen „Netzeitung“ ebenso wie das seit 2012 in Deutschland gegen Bezahlung zu lesende Angebot des „Wall Street Journal“, das nur eine marginale Rolle spielt. Die „Huffington Post“ jedenfalls reduziert die Kosten - bei der Erstellung der Inhalte. In Amerika funktioniert diese Ausbeutung. Aber nicht nur dort ist der Ruf der „Huffington Post“ wegen ihres Geschäftsmodells längst angekratzt.

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