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„House of Cards“ ohne Spacey : Wer sitzt im Zentrum der Macht?

Hinter jedem starken Mann, steht eine noch stärkere Frau? Das war einmal. Claire Underwood (Robin Wright) wird Präsidentin. Bild: AP

Netflix hat bei seiner Vorzeigeserie „House of Cards“ für Kevin Spacey Ersatz gefunden. Es ist nicht gerade überraschend, wer an seine Stelle rückt. Jetzt heißt es: Welcome Mrs. President.

          Dass Politiker, haben sie einmal die Macht errungen, an ihr festhalten, solange es nur irgend geht, nicht ans Aufhören denken und es immer dann besonders übel wird, wenn sie, vom Wähler oder ihren Kollegen in die Enge getrieben, die eigene Nachfolge regeln wollen, kann man täglich auf der politischen Bühne besichtigen. Dass Fernsehmacher, haben sie einmal eine Marke geschaffen, die sich weltweit verkauft, nicht von ihr lassen wollen und jede Gelegenheit versäumen, sie in Würde zu beerdigen, zeigt gerade „House of Cards“.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Als Kevin Spacey vor fünf Jahren begann, sich als skrupellos krimineller Kongressabgeordneter Frank Underwood seinen Weg ins Weiße Haus zu bahnen, saß im echten Oval Office noch Barack Obama hinter dem Schreibtisch. Ein halbes Jahrzehnt und fünf Staffeln von „House of Cards“ später hat sich die Welt daran gewöhnen müssen, dass Donald Trump ihr mächtigster Mann ist. Trumps Reality-Show aus Washington D.C. wirkt atemberaubender als jede Fiktion, was die vielfach prämierte Politscharade von Netflix, einst das Flaggschiff des Streamingdienstes, ziemlich alt aussehen lässt. Und Kevin Spacey ist im Zuge der Metoo-Debatte Persona non grata geworden, weil ihm der Missbrauch eines Minderjährigen vorgeworfen wird.

          Bevor der Machtkampf begann, machten Claire Underwood (Robin Wright) und Frank Underwood (Kevin Spacey) gemeinsame Sache.

          Für Netflix war das im November Grund genug bekanntzugeben, dass nun wirklich Schluss sein soll mit der Serie, die ihre besten Zeiten ohnehin längst hinter sich hatte. Aber Abwahl und Ende, einfach so? Es wäre zu schön gewesen. Gerade hat der Sender einen ersten Trailer zu einer kommenden sechsten Staffel von „House of Cards“ online gestellt. Der Präsident ist tot, es lebe – die Präsidentin. Frank Underwood ist verschwunden, keine Spur von ihm weit und breit, nun erhebt sich drohend eine andere Figur hinter dem Schreibtisch im Oval Office: Robin Wright als seine Frau Claire Underwood.

          Geht es noch vorhersehbarer? Eine Frau muss es nun sein, schon klar, damit es weitergehen kann, mit weiblicher Besetzung rettet sich schließlich auch die „Ocean’s 11“-Reihe in die Zukunft, und ganz Hollywood steht nun angeblich auf Frauen in Hauptrollen. Die Sache entbehrt auch nicht der inneren Serien-Logik: Claire hat es zur Vizepräsidentin gebracht, und in Amerika regieren nun einmal Dynastien. Entweder folgt der Sohn, oder die Gattin probiert es. Aber soll das auch im Fernsehen immer so weitergehen? Claire Underwood muss sich schon mächtig anstrengen, um zu zeigen, dass ein Geschlechterwechsel an der Spitze wirklich mehr ist als mehr vom immer Gleichen.

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