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Perez Hilton : Hollywoods meistgehasstes Klatschmaul

  • -Aktualisiert am

„Keine Schlampe wie Paris“

Lavandeira hingegen, der Hiltons Namen mit süffisantem Sarkasmus adaptierte („Mein Motto ist: Ich bin schwul, aber keine solche Schlampe wie Paris“), ist mit ihr inzwischen per Du – was man seinen freundlichen Kommentaren umstandslos anmerkt. Wie einst Louella Parsons und heute Graydon Carter pflegt auch er ein dynamisches System aus Freund- und Feindschaften in Hollywood. „Ich bin eine polarisierende Figur“, sagt er. „Entweder lieben die Leute mich, oder sie hassen mich.“ Letzteres ist ihm wichtiger. Im Chateau Marmont, Hollywoods angesagtem Partyhotel, gilt Mario Lavandeira als Persona non grata, und er erzählt nicht ohne Stolz, dass ihm neulich „Nicole Richies schwule Schlägertruppe bei einer Party Prügel androhte“. Will heißen: Man nimmt den „Gossip Gangsta“ ernst.

Auch Parsons und McAllister pflegten ihr Image einst mit Bedacht. Neu ist indes, dass Lavandeira sich seinen Einfluss als Privatperson schuf. Louella Parsons agierte im schützenden Schatten des mächtigen Hearst-Verlags, Ward McAllister war mit der einflussreichen Astor-Familie verschwägert, und Liz Smith, die „Grande Dame des Klatsch“ der Achtziger und Neunziger, wusste Rupert Murdoch und seine News Corp. hinter sich. Lavandeira dagegen operiert als Ein-Mann-Unternehmen. Zwar begreift er sich wie Louella Parsons und Graydon Carter als Königsmacher, doch ihm gelten die klassischen Koordinaten der Prominenz – kreative Leistung, Stil, Wohltätigkeit oder Sexappeal – nichts. Lavandeira ist kapriziös subjektiv, er mag John Gallianos neueste Couture und seltsame Yoga-Posen, ganz selten bekennt er sich politisch: „Perez 4 Obama!“ Ausgewählte Hollywoodgrößen traktiert er mit aggressiven Aufforderungen, ihre sexuelle Neigung zu offenbaren.

Louella Parsons wollte sich 1934 mit ihrer Radiosendung „Hollywood Hotel“ selbst zum Star aufschwingen. Doch taugte ihr Plappermaul nur bedingt für das Medium, sie räumte selbst ein, dass „mangelndes Talent meinen Enthusiasmus nie geschmälert hat“. Nun wechselt Perez Hilton ins nächste Medium, bar jeder kritischen Selbsteinschätzung: „Perez wird die schwule Barbara Walters von VH1!“, bejubelte Lavandeira die Ankündigung des Musiksenders, in diesem Monat ein Magazin mit dem Titel: „What Perez Sez“ zu starten. Die Klatschgemeinde im Internet reagiert mit der gebotenen Häme. „Jossip.com“ stänkert: „Endlich erfüllt sich unser sehnlichster Traum, einen dicklichen Möchtegern-Promi, der davon lebt, geistreiche Bemerkungen wie ,muss kotzen‘ über die Fotos von drittklassigen Sternchen zu kritzeln, in seiner eigenen Fernsehsendung zu erleben.“ So schließen sich die Kreise.

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