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Henri-Nannen-Preis : Ehrung für Reportage über Cornelius Gurlitt

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Wichtige Recherchen: Edward Snowden wendete sich in Hamburg per Video an das Publikum der Nannen-Gala. Bild: dpa

In Hamburg wird der Henri-Nannen-Preis verliehen. In mehreren Kategorien erhalten Journalisten die mit 35.000 Euro dotierten Auszeichnungen. Die Veranstalter würdigen auch die Recherchen zu den wichtigen Themen des vergangenen Jahres.

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          Als bester Essayist wurde Wolfgang Uchatius von der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit einer bronzenen Henri-Skulptur bedacht. Sie erinnert an den Gründer des Magazins „Stern“, Henri Nannen. In dem Essay „Soll ich wählen oder shoppen?“ wägt der Autor ab, ob Verbraucher durch ihre Kaufentscheidungen nicht viel größeren politischen Einfluss haben als Wähler. Es sei eine „kühne These“, die der Autor eloquent und plausibel entwickelt habe, sagte Bascha Mika, Chefredakteurin der „Frankfurter Rundschau“, in ihrer Laudatio.

          Özlem Gezer vom „Spiegel“ wurde mit dem Kisch-Preis, der Meisterkategorie des Nannen-Preises, für die beste Reportage ausgezeichnet. Sie hatte den Kunstsammler Cornelius Gurlitt auf einer Zugfahrt begleitet.

          Für die Zeitschrift „Geo“ verfasste Malte Henk die beste Dokumentation, die die Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes beleuchtete. Der Autor Malte Henk habe bei seinen Recherchen im Südsudan und in Kolumbien das Innenleben des Roten Kreuzes dokumentiert, sagte der Journalist Alexander Gorkow („Süddeutsche Zeitung“) am Freitag in Hamburg in seiner Laudatio. Seine Reportage sei präzise, überraschend und aufrüttelnd.

          Sonderpreis für Laura Poitras

          Die amerikanische Journalistin Laura Poitras erhielt den Sonderpreis für Verdienste um die Pressefreiheit. Die Dokumentarfilm-Produzentin ist Expertin für US-Geheimdienste und war maßgeblich an der Erstveröffentlichung der NSA-Dokumente durch Edward Snowden beteiligt. Poitras Engagement sei ein „selbstloser Kampf um die Wahrheit“ gewesen, sagte die ZDF-Moderatorin Marietta Slomka zur Begründung.

          Die Auszeichnung für das publizistische Lebenswerk ging in diesem Jahr an den französischen Politologen und Publizisten Alfed Grosser (89). Geehrt wurde er für seine langjährigen Bemühung um die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland.

          Erinnerung an Recherchen zu NSA und Gurlitt

          Die Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr, Julia Jäckel, erinnerte an die Leistungen des Journalismus im vorigen Jahr bei der Aufklärung der NSA-Affäre durch Edward Snowden, der Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß und der Hintergründe um den Kunstsammler Cornelius Gurlitt. „Ohne guten Journalismus ist Demokratie nicht denkbar“, sagte Jäckel.

          Gruner + Jahr und der „Stern“ vergaben den „Henri“ in diesem Jahr zum zehnten Mal. Er erinnert an den ehemaligen „Stern“-Chefredakteur und Herausgeber Henri Nannen, der im vorigen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Ausgezeichnet werden dabei die besten journalistischen Arbeiten, die im Jahr zuvor in deutschsprachigen Print- und Onlinemedien erschienen sind. Für den „Henri 2014“ wurden 912 Texte und Fotostrecken eingereicht. Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

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