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Pionierin des Aufklärungsfilms : „Helga“-Darstellerin Ruth Gassmann gestorben

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Die deutschen „Aufklärungspioniere“ Oswalt Kolle (l) und Ruth Gassmann 1969 sind am Strand von Cannes. Bild: dpa

Schlagartig berühmt wurde Ruth Gassmann 1967, als der Aufklärungsfilm „Helga – Vom Werden des menschlichen Lebens“ in die Kinos kam. Nun ist die Schauspielerin im Alter von 85 Jahren gestorben.

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          Die Schauspielerin Ruth Gassmann, die in den 1960er Jahren als Hauptdarstellerin in den „Helga“-Aufklärungsfilmen bekannt wurde, ist tot. Wie ihr Sohn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, starb sie nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren am Freitagabend in München.

          Die gebürtige Augsburgerin hatte zunächst Sport und Chemie studiert und war dann als Fotomodel zur Schauspielerei gekommen. In Amerika spielte sie in einem Dutzend Folgen der TV-Westernserie „Rauchende Colts“ mit. Schlagartig berühmt wurde sie in der Bundesrepublik 1967, als der Aufklärungsfilm „Helga – Vom Werden des menschlichen Lebens“ in die Kinos kam.

          Gassmann wechselte hinter die Bühne

          Der Streifen war mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums gedreht worden und lockte Millionen Zuschauer an. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schrieb 1968: „Helga“ ist der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten und ein Staats-Streich zugleich.“

          Nach zwei „Helga“-Fortsetzungsfilmen übernahm dann Oswalt Kolle die Rolle des Aufklärers der Nation. Ruth Gassmann wechselte hinter die Bühne und arbeitete Regieassistentin, unter anderem an der Oper des Saarbrücker Staatstheaters. Dort trat sie auch als Sängerin auf.

          Ruth Gassmann hatte drei Kinder und lebte seit deren Geburt in Aschheim bei München. Sie habe die Zeit mit der Familie und den Enkelkindern genossen, auch „mit Golf spielen und Skifahren bis in dieses Frühjahr hinein“, sagte ihr Sohn. Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt.

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