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Reform von ARD und ZDF : Mehr Krimis, weniger Krimis? Muss das Gendern sein?

  • -Aktualisiert am

Heike Raab, Staatssekretärin und Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, für Europa und Medien. Bild: dpa

2600 Eingaben gab es zur Reform von ARD und ZDF. Die Bürger haben sich rege beteiligt. Wir fragen die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab (SPD), was nun geschieht. Haben Anregungen und Kritik Wirkung?

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          Die Onlineanhörung zum Diskussionsentwurf zu Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ergab mehr als 2600 Stellungnahmen. Erstaunt Sie das?

          Ich freue mich über diese große Beteiligung und das breite Interesse an der Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es war sinnvoll, den Zeitraum für diese Onlineanhörung auf zwei Monate festzulegen, mehr als sonst üblich. Zudem haben wir sie aktiv beworben, und die Medien haben sowohl über den Entwurf als auch über den Termin der Anhörung intensiv informiert. Wir haben auch von vielen Bürgern das Feedback erhalten, dass sie eine breite Einbeziehung der Öffentlichkeit in diesen Reformprozess und die übersichtliche Aufbereitung möglicher Veränderungen sehr gut finden. Es war richtig, diesen partizipativen Weg einzuschlagen, und jetzt werden wir jede dieser Eingaben sehr sorgfältig prüfen.

          Auf welche Inhalte bezogen sich die Stellungnahmen vor allem?

          Es kristallisieren sich bisher zwei Schwerpunkte heraus. So bewegt sehr viele Bürger, welche Programme künftig linear und welche nur online verbreitet werden sollen. Hier ist auch festzustellen, dass es viele gibt, die auf die lineare Verbreitung nicht so schnell verzichten möchten. Flexibilisierung ja, aber nicht überstürzt und nicht ohne die Nutzungsgewohnheiten zu berücksichtigen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die genaue Auftragsbeschreibung. Wir sehen uns durch die Stellungnahmen darin bestärkt, den Auftrag stärker auf den öffentlich-rechtlichen Markenkern, auf Information, Bildung und Kultur, zu fokussieren. Unterschiedliche Vorstellungen bestehen vor allem für die Unterhaltung. Das beginnt beim „ob“ und „wie viel“, geht über das „was“ und endet bei unterschiedlichen Definitionen – für die einen zählen Formate wie Schlagershows und für andere auch Sport oder High-End-Serien dazu. Das werden wir sicher noch weiter diskutieren müssen.

          Es gab auch sehr viele Meinungsäußerungen, die sich nicht unmittelbar auf den Gesetzentwurf bezogen.

          Ja, Bürgerinnen und Bürger haben uns unendlich viele Ideen und Überlegungen zum Programm geschickt: mehr Krimis, weniger Krimis; mehr Heimatserien, weniger Heimatserien; mehr „Traumschiff“, weniger „Traumschiff“ oder auch mehr Quiz-Formate, weniger Quiz-Formate. Dabei zeigen sich die Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als kundige Programmkritiker. Ein Thema, das viele bewegt, ist das „Gendern“, also der geschlechterbewusste Sprachgebrauch, im Programm. Auch für Bezahlmodelle für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es sachkundige Überlegungen. So wird vorgeschlagen, bei der Höhe des Beitrages stärker zu differenzieren und beispielsweise Variablen zu berücksichtigen oder – ähnlich der Abo-Modelle bei privaten Anbietern – Paket-Lösungen anzubieten. Zu all diesen Themen, die sich nicht auf den Staatsvertragsentwurf beziehen, wird die Rundfunkkommission keine Wertung treffen oder den Anstalten Vorschläge unterbreiten, aber für die Redaktionen oder auch die Gremien können die Anregungen eine Fundgrube für das Programm sein. Die Sender werden die Möglichkeit haben, auf diesen Input zuzugreifen, soweit die Einreichenden einer Veröffentlichung zugestimmt haben.

          Viele beziehen sich direkt auf den Entwurf. Muss er neu geschrieben werden?

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