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„HC“ Strache gegen die FPÖ : Wem gehören die Achthunderttausend?

Kämpft um sein Publikum: Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache will seine Facebook-Seite behalten. Bild: dpa

Nach dem unrühmlichen Abgang des einstigen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache nimmt der Zwist zwischen ihm und der Partei skurrile Formen an: Gestritten wird um seine reichweitenstarke Facebook-Seite.

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          Der Rosenkrieg auf der österreichischen Rechten zwischen der FPÖ und ihrem einstigen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache wird nicht zuletzt um mediales Mobiliar des einstmals gemeinsamen politischen Hauses geführt: Die Facebook-Seite von „HC“ Strache. Sie war einst ein mächtiges Medium, um unmittelbar und ungefiltert die Zielgruppe der „Freiheitlichen“ anzusprechen. Bis zum Senkrechtstart von Sebastian Kurz war es die mit gewaltigem Abstand reichweitenstärkste politische Seite. Strache war der Facebook-Kaiser. Mehr als 800.000 Follower konnten auf diesem Kanal erreicht werden, gut zehn Prozent der Gesamtbevölkerung – auch wenn viele ausländische User darunter waren, vor allem aus Deutschland.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Doch nun, da sich die Partei und ihre einstige Identifikationsfigur infolge der Ibiza- und vor allem der Spesenaffäre Straches einander tief entfremdet haben, ist auch mit der Facebook-Seite vorerst Schluss. Seit vergangener Woche ist sie offline. Die neue Parteispitze hatte den einstigen Chef schon im Sommer, als Strache ihr mit eigenwilligen Kommentaren immer wieder in die Kommunikation funkte, gleichsam unter Kuratel gestellt: Inhalte durfte er nur mehr durch die Hände der Parteizentrale posten, die die Administratorenrechte und entsprechenden Passwörter hält.

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