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RBB-Skandal : Luxustrip nach London, Generalstaatsanwalt am Zug

Patricia Schlesinger bei einem Fototermin im Dezember 2020 Bild: Laif

Der RBB will zum Schlesinger-Skandal selbst recherchieren. Auf Anfragen von außen gibt der Sender keine Auskunft, etwa zum Kurztrip der Ex-Intendantin nach London. Strafrechtliche Ermittlungen führt nun der Generalstaatsanwalt.

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          Der Rundfunk Berlin-Brandenburg will jetzt in eigener Sache aufklären. Das heißt, er will die Amtsführung der zurückgetretenen Intendantin Patricia Schlesinger und das Beziehungsgeflecht zwischen ihr und dem ebenfalls zurückgetretenen Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf beleuchten. Dafür habe man, sagte der RBB-Chefredakteur David Biesinger, ein fünfköpfiges Rechercheteam gebildet. Dieses solle unabhängig von der Chefredaktion recherchieren, „wo etwas dran ist und wo nicht“.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das klingt, als hätten die Recherchen anderer Journalisten wenig zutage gefördert. Die RBB-Moderatorin Sarah Oswald, die in der „Abendschau“ den Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus kritisch befragte, erwartet, wie sie dem „Spiegel“ sagte, dass die Kollegen alle wichtigen Dokumente einsehen können, inklusive Verträge und Rechnungen. Es sei „einfach sehr ärgerlich, wenn man bei Kollegen in anderen Medien zu lesen bekommt, was im eigenen Haus passiert“. Oswald meint, dass im RBB „wahrscheinlich weitere Personen gehen müssen“. Bislang sind es deren drei: Schlesinger, Wolf und die frühere Leiterin der Intendanz, Verena Formen-Mohr.

          Zum „Sheriff’s Ball“ nach London

          Sollten die internen Rechercheure des Senders tatsächlich Zugang zu allen einschlägigen Dokumenten erhalten, ginge es ihnen besser als denen, die von außen recherchieren. Das Portal „Business Insider“ und der „Spiegel“ berichten als vorerst letzte Episode des Skandals, dass Patricia Schlesinger mit ihrem Ehemann Gerhard Spörl und Freunden im September 2021 zu einem dreitägigen Trip nach London aufgebrochen sei. Dort ging es zum sogenannten „Sheriff’s Ball“, bei dem die beiden Sheriffs der Stadt 400 geladene Gäste aus aller Welt (Ticketpreis 250 Pfund) empfangen, und Privatführung im British Museum. Die Reise finde sich im Buchungssystem des RBB.

          Hat der Sender den Trip also bezahlt? Gab es einen dienstlichen Anlass für diese Reise? Anfrage beim RBB. Die Antwort kommt schnell: „Mit Blick auf die laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geben wir aktuell keine weiteren Auskünfte zu Vorgängen, die die Amtsführung von Patricia Schlesinger betreffen.“ So wird es fortan wohl immer lauten. Ob die internen Rechercheure da weiterkommen, um herauszufinden, „wo etwas dran ist und wo nicht“?

          Die strafrechtlichen Ermittlungen hat nun die Generalstaatsanwaltschaft Berlin übernommen, wegen der „Bedeutung der Sache“. Der Rundfunkrat des RBB zieht seine Sondersitzung auf den kommenden Montag vor. Tags darauf geht es im Landtag Brandenburg zur – bedeutenden – Sache.

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