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Tech-Institut IRT in München : Öffentlich-Rechtliche sind sich uneins

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Wohin genau? Das ist nun die große Frage beim IRT. Bild: Picture-Alliance

Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) ist mit dem größten Finanzskandal der Öffentlich-Rechtlichen verbunden. Erst fehlten zweihundert Millionen Euro, dann kündigten die Sender ihre Anteile auf. Das Aus des IRT wurde nochmal aufgeschoben.

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          Die Zukunft des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) der öffentlich-rechtlichen Sender ist weiter unklar. Auf einer Gesellschafterversammlung am Donnerstag gab es keine abschließende Entscheidung. „In einem engen Zeitraum wird weiterhin mit Hochdruck an der Möglichkeit einer Fortführung gearbeitet. Der Ausgang ist offen“, teilte das Institut mit.

          Die vierzehn Gesellschafter des IRT – öffentliche-rechtliche Sender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – hatten ihre Verträge im vergangenen Jahr gekündigt. Vorausgegangen war ein beispielloser Finanzskandal. Dem Institut waren über Jahre rund zweihundert Millionen Euro aus der Verwertung eines Patents – der MP3-Technik – entgangen. Sechzig Millionen davon holt man vor Gericht bei einem in den Fall verwickelten Patentanwalt, den das IRT beschäftigt hatte, wieder herein. Doch stellt sich bis heute die Frage, wie dies der Geschäftsführung des Instituts und dem Aufsichtsrat so lange entgehen konnte.

          Finanziert wird das IRT zu siebzig Prozent aus Zuschüssen der Gesellschafter und zu dreißig Prozent aus Fördermitteln, Auftragsforschung und Lizenzeinnahmen. Die ARD-Sender leisten 80,8 Prozent der Gesellschafterzuschüsse. Die Erträge des IRT lagen 2019 bei 16,635 Millionen, die Aufwendungen bei 24,182 Millionen Euro, 108 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Das ZDF teilte mit, man sei der Auffassung, „dass das IRT nicht wie bisher weiterbetrieben, sondern in einen großen Forschungsverbund integriert werden sollte“. Dies sei aber „trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen“. Die Versuche anderer Gesellschafter, das IRT in verkleinerter Form weiterzubetreiben, unterstütze man „sehr konstruktiv“.

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