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Hassprediger-Vorwurf : Nuhr: „Als würden Nazis für Meinungsfreiheit eintreten“

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Dieter Nuhr erhält am 18. Oktober in Kassel den Jacob-Grimm-Preis für Deutsche SPrache Bild: dpa

Dieter Nuhrs Islam-Satiren haben ihm eine Anzeige und Verunglimpfungen durch einen Salafisten eingebracht. Doch der deutsche Kabarettist steht zu seiner Meinung - und wirft dem deutschen Kabarett fehlende Courage vor.

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          Dieter Nuhr setzt sich zu Wehr. Nach einer Anzeige wegen „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ und Verunglimpfungen als „Hassprediger“ durch einen mutmaßlichen Salafisten ist der deutsche Kabarettist Vorwürfen entgegengetreten, er habe Muslime beleidigt. „Ich beschimpfe keine Glaubensgemeinschaft. Es geht um den Umgang mit Andersdenkenden“, sagte Nuhr in einem Interview mit der „Welt am Sonntag.“ Der Islam sei heute nur da tolerant, wo er nicht an der Macht sei.

          Das sei eine Feststellung , keine Beleidigung. Würde ihm jemand ein Gegenbeispiel präsentierten, so Nuhr weiter, „dann würde ich den Satz sofort zurücknehmen.“ Den Vorwurf von Salafistenseite, ein Hassprediger zu sein, wies er entschieden zurück. „Das ist so, als würden die Nazis für Meinungsfreiheit eintreten.“

          Nuhr ging in dem Gespräch zugleich mit dem deutschen Kabarett hart ins Gericht. „Zum ersten Mal seit 1945 muss man aufpassen, was man sagt. Ansonsten muss man Angst haben, dass man physische Gewalt erleidet“, wiederholte der 53 Jahre alte Rheinländer mit Blick auf den satritischen Umgang mit dem Islam. Das Gros der Künstlerkollegen verschlösse davor die Augen. „Die ziehen den Schwanz ein. Sonst wäre man ja islamophob“.

          Als Speerspitze gegen den Islamismus will sich der diesjährige Preisträger des Jacob-Grimm-Preises für Deutsche Sprache dennoch nicht begreifen. „Ich suche die Polarisierung nicht“, so Nuhr. Er fühle sich nicht als Kämpfer und finde es „völlig idiotisch“, in welcher Rolle er sich gerade befinde. Die Mehrheit der Muslime lebe in Deutschland absolut friedlich. Doch die Freiheit müsse immer wieder neu erkämpft werden. Nuhr wünscht sich ein breiteres Einstehen der bürgerlichen Mitte für die Meinungsfreiheit – auch, um einer Instrumentalisierung seiner Kritik durch Rechtsradikale zu begegnen.

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