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Harald Schmidt geht zu Sky : „Der Himmel auf Erden“

Wieder geht es weiter: Harald Schmidt darf weiter den Zyniker geben, dieses Mal beim Bezahlsender „Sky“ Bild: dapd

Sky investiert nicht nur in die Fußball-Bundesliga. Im Herbst schlägt Harald Schmidt bei Rupert Murdochs Bezahlsender auf. Schmidt, dem Sat.1 gekündigt hat, kommt drei Mal die Woche – aber man muss Abonnent sein, um ihn zu sehen.

          487 Millionen Euro investiert der Abosender Sky in die Übertragung der Fußball-Bundesliga. Für eine weitere Verpflichtung aber war immer noch Geld übrig: Harald Schmidt, der mit seiner Late-Night-Show an diesem Donnerstag zum letzten Mal bei Sat.1 im Programm auftaucht, wirkt vom kommenden Herbst an bei Sky. Dort wird er mit seinem bewährten Konzept und seiner bewährten Truppe dienstags bis donnerstags um 22.15 Uhr für jeweils eine Stunde auf Sendung gehen. „Es ist die klassische Late Night“, sagte ein Sprecher von Sky auf Anfrage von FAZ.NET .

          „Der Coup des Jahres“

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Um diese sehen zu können muss man allerdings Kunde von Sky und Abonnent des dort angebotenen Filmpakets sein. Unverschlüsselt – also für alle zu sehen – ist die „Harald Schmidt Show“ nicht. Sie läuft auf den Kanälen „Sky Atlantic/HD“ und „Sky Hits/HD“ und steht zum jederzeitigen Abruf im Fernsehen, auf dem Computer und auf Smartphones bei „Sky Go“ und „Sky Anytime“ zur Verfügung. „Das ist der Transfer-Coup dieses Jahres“, jubelt der Sender.

          Mit Schmidts Verpflichtung erlaubt sich Sky nach dem großen Bundesliga-Deal, bei dem es im Wettbieten gegen die Telekom um alles oder nichts ging, einen zweiten, kleineren. Der dürfte zwar nicht direkt für Zuschauermassen sorgen, aber für Renommee, das sich Sky kontinuierlich erarbeiten will, auch durch hochwertige Spielfilm- und Serien-Eigenproduktionen, durch welche etwa der amerikanische Bezahlsender HBO besticht. Die Sache ist aber noch nicht ganz spruchreif.

          Fred Kogel lotst Schmidt von einem Sender zum anderen

          Schmidts Manager Fred Kogel beweist derweil mit dem Senderwechsel abermals sein großes Geschick. Er hatte den Entertainer vor Jahren von Sat.1 zur ARD und dann wieder zurück gelotst und weiß sich und seinem Klienten nun abermals zu helfen. „Meine Gespräche mit Sky und die gemeinsame Vision von Programmqualität haben zu einem schnellen Ergebnis geführt“, sagt Kogel und nennt Schmidts Show in einem Atemzug mit dem Fußball: „So können wir nach der geplanten Sommerpause zum Start der neuen Bundesligasaison unsere Show in gewohnter Weise fortführen und dies bei der Erstausstrahlung wie von den Fans gewünscht eine Stunde früher.“

          Meister der Pose: Schmidt während der Generalprobe zu seinem Liederabend „Elvis lebt. Und Schmidt kann es beweisen“ im Staatstheater Stuttgart Bilderstrecke

          Man hätte sich gar nicht vorstellen können, wo Schmidt sonst noch hätten laufen können. ARD, ZDF, RTL? Kein Platz, nirgends. In den letzten Wochen war er zudem in Bestform, es ist eine einzige Blödheit, dass ihm Sat.1 vor der Zeit den Laufpass gibt. Der Sender hat zwar zuletzt Marktanteile zurückgewonnen, weist im Programm aber weniger Originalitäten auf, als man sich wünschen würde.

          Bei Sky dürften Harald Schmidt die Quoten von einer dreiviertel Million Zuschauern nicht zum Nachteil gereichen, schließlich hat der Bezahlsender gerade erst die Drei-Millionen-Abo-Grenze überschritten, im Augenblick sind es 3,01 Millionen zahlende Kunden. Wenn auch bei dem börsennotierten Sender am Ende allein die Zahlen stimmen müssen – der Aktienkurs ist nicht berauschend – darf man sagen: Mit der Verpflichtung von Harald Schmidt macht Sky sich um die deutsche Fernsehlandschaft verdient – es findet nur leider unter Ausschluss des überwiegenden Teils der Zuschauer statt. Harald Schmidt gibt sich gleichwohl beflügelt: „Late Night bei Sky - für mich der Himmel auf Erden.“

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