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Hape Kerkeling : Ich bin mal auf Leinwand

Hat alle an der Nase herumgeführt: Hape Kerkeling Bild: ddp

Der NDR und die Constantin verfilmen Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg“ fürs Kino. Bei der ARD hofft man, dass Kerkeling sich auch für andere Projekte begeistern lässt. Im Augenblick reißen sich alle um den Entertainer.

          Hape Kerkeling hat alle an der Nase herum geführt. Zumindest alle, die daran geglaubt haben, 2008 nehme er sich tatsächlich das von ihm angekündigte Sabbat-Jahr. Das Gegenteil ist der Fall: Mit dem ZDF hat er im Mai begonnen, sein Hörbuch „Ein Mann, ein Fjord“ zu verfilmen. Und im nächsten Jahr dreht er für die ARD. Wie FAZ.NET aus Branchenkreisen erfuhr, haben der Norddeutsche Rundfunk und die Constantin-Film gemeinsam die Verfilmungsrechte an Kerkelings Bekenntnisbuch „Ich bin dann mal weg“ erworben - der Vertrag ist unter Dach und Fach.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das Drehbuch zum Film schreibt Angelina Maccarone - sie hat darin Übung. Sie ist Kerkelings Koautorin bei „Ein Mann, ein Fjord“ gewesen und hat auch das Drehbuch für die ZDF-Verfilmung verfasst. Die Dreharbeiten für den vom NDR produzierten Film sollen im nächsten Jahr folgen, 2010 soll „Ich bin dann mal weg“ in die Kinos kommen, die Ausstrahlung im Fernsehen steht ganz zum Schluss.

          Die ARD auf dem Jakobsweg

          Für die Unterhaltung der ARD ist Kerkelings Verpflichtung ein wichtiger Schritt, auch wenn der Film des Jakobswegwanderers zunächst ins Kino kommt. Zeigt sich doch, dass Kerkeling, der zuletzt vor allem mit RTL verbunden und als Moderator der Tanzshow „Let's Dance“ erfolgreich war, sich auch fürs Erste einspannen lässt, das nach dem ganz großen Unterhalter noch sucht. Zwar mangelt es dort nicht an Talkshowmoderatoren, doch fehlt jemand im Humorfach. Jörg Pilawa erscheint zwar immer sehr nett, zeichnet sich aber durch die Abwesenheit jedweder Aura aus, Harald Schmidt gönnt sich an der Seite von Oliver Pocher einen langsamen, ruhigen Abschied vom Fernsehen und Pocher ist zwar immer frech, aber selten witzig und leider niemals geistreich.

          Um Kerkeling reißen sich im Augenblick alle. Das ZDF war in diesem Frühjahr trunken vor Freude, Kerkeling für „Ein Mann ein Fjord“ im Boot zu haben. Man hoffe ihn auch darüber hinaus an sich binden zu können, hatte der Programmdirektor des ZDF, Thomas Bellut, Anfang April im Gespräch mit der F.A.Z. gesagt (siehe ZDF-Programmdirektor Bellut über Kerkeling: „Er ist ein Unikat“), vielleicht sei ja schon im nächsten Jahr wieder etwas möglich: „ Es ist durchaus anzunehmen, dass wir im nächsten Jahr gemeinsam einige interessante Geschichten auf die Beine stellen.“ Kerkeling wurde zwischenzeitlich schon als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass ..?“ gehandelt, was man bei ZDF aber definitiv ausschloss.

          RTL hat das Nachsehen

          Und das wäre vielleicht ja auch nicht die Kragenweite von Kerkeling, der zuletzt als Horst Schlämmer vor allem bei RTL für Furore sorgte. Bei dem Kölner Privatsender wird man sich überlegen müssen, mit welchem Antrag man bei dem Vielumworbenen jetzt noch ankommen könnte. Kerkeling kann sich die Angebote aussuchen. Hape Kerkeling, sagte der ZDF-Programmdirektor Bellut, sei „ein Profi. Er überlegt sich ganz genau, was er machen und mit wem er arbeiten will. Er dosiert seine Präsenz im Fernsehen exakt. Er ist ein Unikat in der Unterhaltungswelt, in seiner Kreativität unverwechselbar. Das macht ihn für alle interessant.“

          Aus dieser Lage scheint Kerkeling das Beste zu machen, für sich allein hat ihn bislang noch kein Sender bekommen. Noch machen sich alle Hoffnungen auf mehr. Fest steht, dass sein Titel „Ich bin dann mal weg“ für Hape Kerkeling selbst in diesem Jahr nur vordergründig gilt. Weg ist er im Augenblick höchstens vom Bildschirm - weil er an seiner baldigen Rückkehr arbeitet. Und das auf (fast) allen Kanälen.

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