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Grimme-Preise 2019 : „Ein furioses Zusammenspiel“

  • Aktualisiert am

Szene aus „Beat“ Bild: Amazon

Die Grimme-Jury zeichnet herausragendes Fernsehen aus – zumeist auf klassischen Sendern. In diesem Jahr geht erstmals ein Preis an eine Serie auf Amazon. Auch ein „Tatort“ wird prämiert.

          Mit der Auszeichnung für die Serie „Beat“ geht erstmals ein Grimme-Preis an Amazon Prime. Die in einem Berliner Technoclub spielende Produktion zeichne sich durch ein „furioses Zusammenspiel von Drehbuch, Kamera und Regie“ aus, hieß es am Dienstag bei der Bekanntgabe der Preisträger im Essener Grillo-Theater.

          Der undotierte Grimme-Preis ist der renommierteste Fernsehpreis in Deutschland. Die diesjährige Verleihung findet am 5. April in Marl statt. Neben „Beat“ werden in der Kategorie „Fiktion“ die Serien „Bad Banks“ (ZDF/Arte) und „Hackerville“ (TNT / HBO Europa) sowie die ARD-Komödie „Familie Lotzmann auf den Barrikaden“ und die Berliner „Tatort“-Folge „Meta“ ausgezeichnet.

          Die Auszeichnung von gleich drei Serien zeige „die Vielfalt, Innovationsfreude und den Stellenwert des Formats“, so die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach. In diesem Jahr habe sich außerdem kategorienübergreifend beobachten lassen, „wie aktuelle komplexe Diskurse um Cyberkriminalität, Rechtspopulismus oder soziale Ungerechtigkeit durch mitreißend inszenierte, umfassend recherchierte, aber auch humoristische Geschichten transportiert werden“.

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          In der Kategorie „Information & Kultur“ gehen die Auszeichnungen ausschließlich an öffentlich-rechtliche Sender. Dazu gehören die Dokumentation „Betrug - Aufstieg und Fall eines Hochstaplers“ (SWR) sowie die MDR/NDR-Produktion für „Die Story im Ersten“ mit dem Titel „Am rechten Rand“. Dazu kommen „Kulenkampffs Schuhe“ (SWR/HR) und der WDR-Dreiteiler „Ungleichland - Reichtum, Chancen, Macht“. Mit dem Preis „Besondere Journalistische Leistung“ wird Isabel Schayani ausgezeichnet. Die Jury lobt die besondere Qualität der Tagesthemen-Kommentare, Weltspiegel-Moderationen und WDRforyou-Beiträge von Schayani.

          In der Kategorie „Kinder & Jugend“ wird zum ersten Mal ein Spezialpreis vergeben: Die Jury zeichnet Marco Giacopuzzi „für seine herausragende Autorenleistung, sein Gespür für Themen und Protagonisten und die sensible und berührende Umsetzung“ von Beiträgen zur Reihe “Schau in meine Welt“ (HR) aus. Für das funk-Format “Bohemian Browser Ballett“ (SWR) gibt es ebenso einen Preis wie für die vom KiKA verantwortete Reihe “Animanimals“ (KiKA/SWR).

          In der Grimme-Kategorie “Unterhaltung“ geht zum zweiten Mal in Folge ein Preis an Kabarettistin Maren Kroymann für die nach ihr benannte Sketch-Show “Kroymann“ (RB/SWR/NDR). Außerdem befand die Jury die Sat.1-Sendung “CATCH!“ mit Comedian Luke Mockridge und “Lass dich überwachen! - Die PRISM IS A DANCER Show“ mit Jan Böhmermann (ZDF neo) für preiswürdig.

          Der Publikumspreis der “Marler Gruppe“ geht an “Im Schatten der Netzwelt - The Cleaners“ (WDR/NDR/RBB in Zusammenarbeit mit ARTE). Der Film erzählt die Geschichte von fünf Content- Moderatoren aus Manila, die im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos aus den Sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube und Twitter sichten und löschen. Die beiden Filmemacher Hans Block und Moritz Riesewieck verdeutlichten anhand aktueller Fälle, “welche Folgen diese Art von Zensur in verschiedenen Teilen der Welt hat“, heißt es zur Begründung.

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