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Grand-Prix-Vorentscheid : Wer singt für Deutschland?

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Beim Grand-Prix-Vorentscheid dreht sich alles um Deutschlands Kandidaten Bild: ddp

Rockpoet Heinz Rudolf Kunze, Swingsänger Roger Cicero und die Casting-Band Monrose wollen an diesem Donnerstag die Fahrkarte für das Finale des Eurovision Song Contest in Helsinki lösen. Die Zuschauer wählen ihren Favoriten per Telefon oder SMS.

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          Beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid kämpfen drei Kandidaten um die Teilnahme am Finale des Eurovision Song Contests. Die Casting-Band Monrose, Swingmusiker Roger Cicero und Deutschrocker Heinz Rudolf Kunze wollen am 12. Mai in Helsinki für Deutschland singen. In einer 90-minütigen Live-Show im Hamburger Schauspielhaus stellen sich die Kandidaten dem Votum der Fernsehzuschauer, die per Telefon und SMS abstimmen. Dabei singt jeder Teilnehmer zwei Lieder - den eigenen Wettbewerbssong sowie einen Grand-Prix-Klassiker.

          Als „Ur-Gestein“ der deutschsprachigen Rockmusik witzelte Rockmusiker Heinz Rudolf Kunze: „Ich vertrete ja eher die Grauen Panther in dieser Runde“. Ebenso wie „Mr. Swing“ Cicero tritt er in dem Wettbewerb mit einem Titel in seiner Muttersprache an, das Mädchen-Trio dagegen setzt auf Englisch.

          Deutschrock, Casting-Pop und moderner Swing - die Grand-Prix- Macher haben für die ARD-Show eine bunte Mischung zusammengestellt. „Wir wollen das Erfolgsmodell des letzten Jahres noch einmal praktizieren“, sagte Jan Schulte-Kellinghaus, Unterhaltungschef beim federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR). Damals hatte Texas Lightning mit TV-Komiker Olli Dittrich am Schlagzeug gewonnen und später in Athen mit dem Song „No No Never“ den 15. Platz belegt. Sowohl der Vorentscheid als auch das internationale Finale bescherten der ARD gute Einschaltquoten.

          Wäre auch eine reizvolle Vertretung für Deutschland: die Monrose

          „Zieh die Schuh aus“

          Mit Monrose („Shame“) und Cicero („Zieh die Schuh aus“) sind diesmal gleich zwei Newcomer und Chartstürmer am Start. Man habe bewusst Nummer-Eins-Interpreten ausgesucht, erklärte Schulte-Kellinghaus. „Der Eurovision Song Contest ist der größte und der modernste Musikwettbewerb der Welt, mit Schlager hat er nichts mehr zu tun“, sagte er und betonte: „Die Songs international sind mit solcher Wucht produziert, dass man sich keine Halbheiten erlauben darf.“ Kunze solle zudem eine „andere Farbe“ in die Show bringen. Der „Dichter und Denker des Deutsch-Rock“ hat seit den 80er Jahren mehr als 220 Lieder veröffentlicht.

          Vor allem die gerade mal vier Monate alte Mädchen-Band Monrose hat sich große Ziele gesteckt und träumte schon mal vom internationalen Finale: Allein die Chance, „auf einer Bühne vor ganz Europa zu stehen“, reize die drei Sängerinnen, bekannte Baha (18). Sie, Mandy (16) und Senna (27) haben sich für die Ballade „Even Heaven Cries“ entschieden. „Davor kommt aber erst einmal noch der Vorentscheid“, bremste Moderator Thomas Hermanns. Der Grand-Prix-Fan, für den der Wettbewerb das „Bayreuth der Pop-Musik“ ist, wird die Show im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg erneut moderieren.

          Freche Texte über Männer

          Cicero, der mit frechen Texten über Männer und seiner Liebe zur Swingmusik im Big-Band-Sound Fans erobert, widmet seinen Titel in dem Wettbewerb am Weltfrauentag dem weiblichen Geschlecht: „Frauen regier'n die Welt“ singt er. „Einfach Zufall“, meinte der 36-Jährige, „einfach reingeschleimt bei den Frauen“, konterte Hermanns. Mit „Die Welt ist Pop“ sorgt Kunze für etwas rockigere Klänge im Grand-Prix-Reigen. Seit Guildo Horn, Stefan Raab und Olli Dittrich sei der Wettbewerb auch „für meinesgleichen Baustelle betretbar“, meinte er und ergänzte: „Ich gehe an die gesamte Veranstaltung mit einem hohen Spaßfaktor ran.“

          Neben dem eigenen Beitrag müssen die Kandidaten in der Live-Sendung, ein Lied aus der Geschichte des traditionsreichen Wettbewerbs zum Besten geben. Für Kunze etwa, der wenige Tage nach der Bekanntgabe seiner Teilnahme sein neues Album veröffentlicht, „kommt nur Udo Jürgens' „Merci Chérie“ in Frage. Der Sieger wird Deutschland am 12. Mai in der Endrunde vertreten, die nach dem Erfolg der finnischen Band Lordi im Vorjahr diesmal in Helsinki über die Bühne geht.

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