https://www.faz.net/-gqz-84qwb

Gottschalk über Raab : Er zeigt, wie man geht

  • -Aktualisiert am

Er hat die schöneren Klamotten, aber steht jetzt allein mit ihnen da: Thomas Gottschalk mit Stefan Raab als Gast in „Wetten dass...?“ Bild: Reuters

Stefan Raab war nicht nicht nur einer der letzten Riesen in einer zusehends von Zwergen bewohnten Fernsehwelt, er zeigte auch beim Abschied Größe. War er klüger als ich?

          1 Min.

          Kurz vor Ende der RTL-Show zu meinem fünfundsechzigsten Geburtstag, das war vor vier Wochen, kam mir plötzlich ein schwarzer Gedanke in die Quere: Ich sag’ jetzt einfach live und spontan: „...so Freunde, das war’s! Das war mein letzter Auftritt im Fernsehen. Schönen Abend noch!“ Meine Frau saß auf der Empore des Admiralspalastes, mein Freund Günther Jauch hinter mir auf der Bühne, ich hatte gerade mit Status Quo „Rockin’ All over the World“ gesungen und danach kam Slade mit „Far Far Away“ – ein würdiger Abgang. Fast sechs Millionen Menschen wären Zeuge gewesen, aber das wusste ich ja nicht. Wären es nur zwei gewesen, wäre ich sozusagen im Kreise der Familie verschieden.

          Egal, ich hab’ es vermasselt. Und Stefan Raab hat mir gerade gezeigt, wie man sich richtig vom Fernsehen verabschiedet: Die Börsenkurse von Pro Sieben haben kurz gewackelt, er war „breaking news“ und „trending topic“, und Medienanalysten vermessen gerade penibel die Lücke, die Raab hinterlässt. Zusammen mit den Löchern, die sich hinter Harald Schmidt und vor Günther Jauch auftun, handelt es sich ja mittlerweile um einen beachtlichen Krater. Und in der Tat war Stefan der letzte Riese in einer Fernsehwelt, die zusehends von Zwergen bewohnt wird.

          Er hat sich bei Pro Sieben sein Imperium ähnlich geschickt aufgebaut wie Günther Jauch das seine bei RTL. Er ist von all den Jüngeren der Einzige, der mit geradezu animalischer Kraft zubeißen konnte. Er hat fasziniert, weil er nie gelangweilt zur Sache ging und weil er etwas hatte, das im Fernsehen weitgehend verlorengegangen ist: eine gewisse Unberechenbarkeit. Er hing nicht an vorgeschriebenen Texten oder Telepromptern, es war ihm egal, wie derangiert oder ramponiert ihn die Kamera zeigte, er hat sich zum Deppen gemacht, ohne je einer zu sein. Das bedeutet für mich gute Unterhaltung, und damit hat er sich meinen höchsten Respekt verdient. Allerdings war er es, der mir vor vielen Jahren, als ich in einer schwachen Stunde vom Aufhören schwadronierte, ans Herz gelegt hat: „Du musst weitermachen, bis du umfällst!“

          An sich selbst hat er wohl andere Maßstäbe gesetzt, als er sich, mit nicht mal fünfzig, entschlossen hat, seine „Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen“. Meine Leopardenstiefel waren immer sehr viel aufregender als Raabs unauffällige Latschen, aber ich steh’ damit nun alleine im Regen. Bleibe ich, bin ich der tragische Riese, der die Götterdämmerung verpennt hat. Gehe ich als Nächster, wirke ich wie ein Trittbrettfahrer. Meine Frau weiß auch keine vernünftige Antwort, aber vielleicht hat sie ja ein neues Format erfunden, als sie mir riet: „Frag den Raab!“

          Weitere Themen

          Erdoğan’ın büyük açmazı: Buzdolabını din doldurmuyor

          İstanbul’dan mektuplar : Erdoğan’ın büyük açmazı: Buzdolabını din doldurmuyor

          Geçen yıl Ayasofya’yı camiye çevirmek işe yaramadı, bugünlerde baş imam Ali Erbaş’ı sahneye sürmek de AKP’deki erimeyi durduramıyor. Marx’ın “Din toplumların afyonudur” sözünün bu topraklarda pek karşılığı kalmıyor. Buzdolabı boşalan İslamcı seçmene daha fazla din vermek artık işe yaramıyor.

          Topmeldungen

          Geplagt vom Chipmangel: Der Standort von MAN in München

          Mangel an Halbleitern : Harter Kampf um die Mikrochips

          Von Traton bis VW: Den Chipmangel bekommen immer mehr Unternehmen mit voller Wucht zu spüren, die sonst viel mehr verkaufen könnten. Es gibt wenig Aussicht auf Besserung.
          Angehörige des sechs Jahre alten Eitans betreten am Donnerstag das Familiengericht in Tel Aviv.

          Nach Seilbahn-Unglück : Eitan bleibt vorerst in Israel

          Der Sorgerechtsstreit um den einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore dauert an, es wird sogar wegen Entführung ermittelt. Nun hat ein Familiengericht in Tel Aviv eine vorläufige Entscheidung getroffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.