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Radiokult mit Gottschalk & Egner : Nun plaudern wir mal ganz entspannt

  • -Aktualisiert am

Er verschwende hier keine Gebührengelder, ließ Gottschalk wissen, denn außer dem Hotel bezahle er alles selbst Bild: BR

So lief die „Bayern 3-Kultnacht“ am Ostersonntagabend: Thomas Gottschalk und Fritz Egner schenken sich nichts beim freundschaftlichen Frotzeln im Radio - auch mit dem Älterwerden lässt es sich ganz trefflich kokettieren.

          Am Anfang war die Demut. „Das hier ist nur ein Special von zwei älteren Herren wie Waldorf und Stadler, die am Ostersonntagabend nichts Besseres zu tun haben als Radio zu machen, nachdem sie sich ein Viagra geteilt haben“, begrüßte Thomas Gottschalk die Hörer der Bayern3 Kultnacht, die er bis Mitternacht mit Spezl Fritz Egner bestritt.

          Am Ende - nach vier Stunden kurzweiliger Moderation, Hadern mit moderner Technik, Einblick in private Weichenstellungen und manchmal anstrengender Oldies - stand dann die Hybris: „Was soll nach uns noch kommen?“ So verabschiedeten sich „Urbi et orbi“, wie sich Fritz und Thommy mit zunehmender Sendedauer gerne nannten, in die Nacht, nicht ohne sich schon einmal locker für eine Fortsetzung zu Pfingsten verabredet zu haben.

          Wobei „Stadt und Welt“ schon ganz gut das Bild wiedergibt, das Egner und Gottschalk vor dem Mikrofon vermittelten. Der eine, Egner, groß geworden in München und dort bis heute verwurzelt, der die Musik vor allem unter technischen Gesichtspunkten sortiert und sich auf einer „Eagles“-Pressekonferenz gegenüber Sänger Don Henley mit der Freundschaft zu Thomas Gottschalk brüstet. Und der andere, der Junge aus Kulmbach, der seine Mädchen zu Schäferstündchen im Auto mit selbst zusammengestellten Kassetten beglückte, „eigentlich mit der Welt da draußen nischt zu tun hatte“ und doch noch heute ergriffen davon schwärmt, wie „Flowerpower auch mein Lebensgefühl war, das mich bis heute nicht mehr losgelassen hat“.

          Nächtliches Namedropping

          Natürlich ist Don Henley heute sein Nachbar in Malibu. Die beiden treffen sich  mindestens einmal im Jahr an der Grundstücksgrenze, um gemeinsam den Mann zu beschimpfen, der im Auftrag der Telefongesellschaft die Bäume abschneidet, die der Leitung zu nahe kommen. Gottschalk, das ist von Anfang an klar, ist der Chef im Ring. Er ist der, der zufällig Ringo Starr mit seiner Frau Barbara Bach trifft auf einer Party, die Barbara Orbison schmeißt, zu Ehren ihres verstorbenen Mannes Roy.

          Er ist der, der vor wenigen Wochen zufällig Eric Clapton beim Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt trifft. Beide haben Rückenprobleme. Ihm hat die Witwe von George Harrison, das erzählt Gottschalk en passant bei einem kleinen Beatles-Special kurz nach 22 Uhr, nach dessen Tod seine Villa in Lugano angeboten, „mit Blick auf den Flughafen, nicht auf den See. George hätte es so gewollt“. Nur das Veto von Ehefrau Thea habe ihn dann vom Kauf abgehalten. „Ist vielleicht auch besser so.“

          Und dass Queen-Gitarrist Brian May ihm zu seinem sechzigsten Geburtstag eine handsignierte Gitarre verehrte, gerät da schnell zur Randnotiz, die Gottschalk trotzdem gerne erzählt, um sich dann doch in den Tücken der modernen Technik zu verfangen. Denn Queens „Love of my live“ kommt nicht in der von Gottschalk wortreich angekündigten südafrikanischen Live-Version, sondern in der Studiofassung. „Die Cloud ist schuld“, findet Gottschalk sofort, als Techniker Harry schulterzuckend abwinkt, bis er den Fehler bei sich selbst suchen muss. Das Queen-Konzert war nicht in Südafrika, sondern Südamerika und deswegen erst mal nicht im Computer auffindbar.

          Hier wird nahezu umsonst gearbeitet

          „Einen Fehler haben wir frei“, findet Gottschalk und verweist darauf, dass er ja fast umsonst arbeite. „Nicht, dass jemand denkt, für uns wird öffentlich-rechtliches Geld rausgeschmissen. Wir machen das aus Spaß und Vergnügen. Mir zahlen sie das Hotel und der Rest ist gratis, und beim Fritz Egner ist das wahrscheinlich so, dass er Geld mitbringt, damit er neben mir auftreten darf.“

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