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Kindgerechte Youtube-App : Da können Eltern ganz beunruhigt sein

Wenn sich Jimmy Kimmel und Barack Obama über Drogenfreigabe amüsieren, können Eltern nicht mitlachen - zumindest nicht, wenn sich ihre Kinder die Sendung vom 12. März bei Youtube Kids anschauen. Bild: Picture-Alliance

Familienfreundlich sei die App Youtube Kids, beteuert Google: Kinder fänden hier nur harmlose Videos, Eltern könnten beruhigt sein. Jetzt haben Kritiker darin allerlei Anstößiges entdeckt.

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          Die Worte, mit denen Google seine neue App Youtube Kids Ende Februar bewarb, klangen zuckersüß, die Vorwürfe der Campaign for a Commercial-Free Childhood gegen dieses Flaggschiff einer geplanten Reihe speziell für Kinder zugeschnittener Angebote des Internet-Giganten klingen bitter.

          Sexuelle Anspielungen, Witze über Kinds- und Drogenmissbrauch, Diskussionen über Selbstmordversuche Jugendlicher oder Gewalt in Familien hat die Initiative mittels der - vorerst nur in den Vereinigten Staaten kostenlos verfügbaren - App aufrufen können und in einem Video zusammengeschnitten. Dabei hatte Shimrit Ben-Yair, als YouTube Kids Group Product Manager selbst Mutter von zwei Kindern, doch davon geschwärmt, welche Erleichterung diese App für Eltern bedeute, wüssten sie doch nun, dass ihre lieben Kleinen nur kindgerechte Videos finden würden. Als erstes Google-Produkt, bei dessen Entwicklung von Grund auf an Kinder gedacht worden sei, lasse es die jüngsten Nutzer sicherer und leichter Videos zu den Themen finden, die sie interessierten.

          Zeichentrickfiguren, die sich angesichts üppiger Krankenschwestern glubschäugig die Lippen lecken, sollten ebenso wenig dazugehören wie Marihuana-Witze aus einer Talkshow oder eine Anleitung zum Verkosten von Rotwein. Doch auch das eigentliche Anliegen der Initiative wird durch ihre aktuellen Vorwürfe kaum berührt: Dass sich die Entwickler dieser kostenlosen App, die sich vor allem durch eigens auf die jüngste Zielgruppe zugeschnittene Werbespots finanzieren wird, dem Ziel einer Kindheit ohne Werbung anschließen werden, steht nicht zu erwarten.

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