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Googles Bibliothek : Bücherei im Weltnetz

Googles Internetbibliothek darf weiter expandieren Bild: picture-alliance/ dpa

Eine bahnbrechende Vereinbarung: Google einigt sich mit amerikanischen Autoren und Verlegern und kann nun Millionen Bücher im Internet zugänglich machen. Wird sich Europa dem amerikanischen Modell anschließen?

          Auch wer sich bisher noch kein E-Book leisten wollte, hat seit einiger Zeit Zugriff auf eine elektronische Bibliothek, die Google aus Beständen vieler bedeutender Großinstitute fürs Internet zusammengestellt hat und ständig erweitert. Millionen von Büchern sind bereits gescannt und am Computer abrufbar, also auszudrucken und zu lesen. Das ging nicht ohne Streit ab, der sich vor allem um die digitale Behandlung noch urheberrechtlich geschützter Werke drehte: Vor drei Jahren haben amerikanische Autoren und Verlage dazu zwei Prozesse gegen Google angestrengt. Wenn das zuständige Bezirksgericht in New York damit einverstanden ist, werden die beiden Klagen jetzt von einer Vereinbarung abgelöst, die von allen Beteiligten als bahnbrechend angesehen wird.

          Jordan Mejias

          Feuilletonkorrespondent in New York.

          Sergey Brin, Mitbegründer und Präsident von Google, sprach von einem „Riesenschritt in die richtige Richtung“, und die Vertreter von Autoren, Verlagen und der Internetmacht Google, mit denen diese Zeitung in New York ein Gespräch führte, schienen geradezu in Feierlaune zu sein. Für die Authors Guild, die mehr als achttausend Autoren vertritt, erklärte Peter Petre: „Es ist ein außerordentlich fundiertes und detailliertes Dokument, das eine große Zahl von Mechanismen beschreibt, mit denen die meisten absehbaren Unstimmigkeiten zu lösen sind. Wir haben es hier nicht bloß mit der Eröffnungssalve in einer langen Schlacht zu tun.“ Jim Pastore vom Verband der Verleger, der Association of American Publishers, stimmte ihm zu: „Wir haben gemeinsam Regeln aufgestellt und können uns als Geschäftspartner nun nach ihnen richten.“

          125 Millionen Dollar für die Buchrechte

          Die Vereinbarung regelt in „Google Buchsuche“ den elektronischen Zugang zu Büchern, deren Copyright noch nicht abgelaufen ist. Unter anderem ist nun geklärt, zu welchen Bedingungen Zugang zu nicht mehr lieferbaren Büchern zu bekommen ist, wie urheberrechtlich geschützte Titel im Internet zu erwerben sind und wie Hochschulen, Universitäten und andere Bildungsorganisationen den Wissensschatz im Rahmen von Abonnements anzapfen können. Google hat sich bereit erklärt, 125 Millionen Dollar zu zahlen, um ein „Buchrechteregister“ zu erstellen, Forderungen von Autoren und Verlagen zu begleichen sowie die Kosten des bisherigen Verfahrens zu übernehmen.

          „Es handelt sich um eine sehr komplizierte Vereinbarung“, bestätigte auch Jan Constantine, eine Vertreterin der Authors Guild. „Wir haben dazu zweieinhalb Jahre gebraucht, einfach, weil wir es richtig machen wollten.“ Ihr Kollege Petre fügte hinzu: „Auch wenn es immer noch Dinge gibt, über die wir unterschiedlicher Meinung sind, herrschte von Anfang an Einverständnis darüber, dass es eine Balance zwischen den Rechteinhabern und dem Zugang der Öffentlichkeit geben müsse.“ Adam Smith, Direktor für Produktmanagement von Google, wies auch ein bisschen werbewirksam darauf hin, dass eine gemeinsame Vereinbarung der Sache dienlicher sein müsse als ein lange sich hinziehender Prozess und die Beträge, die sonst für Prozesskosten angefallen wären, nun Autoren und Verlagen zugute kämen.

          Bibliothek der Millionen

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