https://www.faz.net/-gqz-7pkme

Ferienfotos im Netz : Google will uns erzählen, wie unser Urlaub war

Sie machen das schon: virtuelles Urlaubsalbum von „Google+ Stories“ Bild: Google+

Automatische Auswahl und Aufbereitung: Das neue Angebot „Google+ Stories“ macht aus einem Haufen unsortierter Ferienfotos ein hübsches virtuelles Album. Ein fragwürdiges Verfahren. 

          1 Min.

          So kommen wir aus dem Urlaub wieder: mit einem Koffer voller schmutziger Wäsche und mit 437 Fotos und Videos auf unseren Kameras, Smartphones und Tablets. Zumindest stellt sich Anil Sabharwal, Direktor im Produktmanagement bei Google, das so vor. Und schwärmt im Blog des Unternehmens von einem neuen Angebot, das sich das Team des hauseigenen sozialen Netzwerks hat einfallen lassen: Statt sich als Urlaubsheimkehrer mühsam durch all die Dateien zu klicken, zu sortieren und die Namen der Sehenswürdigkeiten aus dem Gedächtnis zu kramen, die man besucht hat, könnte man die Daten doch auch getrost Google+ überlassen.

          Dort werden sie automatisch sortiert, „Google+ Stories“ erkennt und entscheidet, welche die wichtigen, die erinnerungswürdigen Momente waren, verknüpft die Bilder zu einem virtuellen Fotoalbum, stellt ein paar Landkartenausschnitte dazu und „schenkt“, wie Sabharwal es nennt, dem Nutzer dessen eigene Urlaubsgeschichte: „So können Sie Ihre Lieblingsmomente noch einmal erleben, mit anderen teilen und sich daran erinnern, warum Sie die Reise unternommen haben.“ Auch wenn sich Google+ leider nicht um die Wäsche kümmern könne, hier könne man helfen.

          Schon längst

          Das ist nett und ein vitales Lebenszeichen des sozialen Netzwerks, das noch vor einem Monat totgesagt worden ist, als der Projektleiter Vic Gundotra das Unternehmen verlassen hatte. Wann ist ein Urlaubsfoto ein gutes Urlaubsfoto – wenn die Gesichtserkennung bei den abgebildeten Menschen gute Laune ausmacht? Wenn sie über das Netzwerk mehrheitlich identifiziert werden können? Wenn der Algorithmus die Sehenswürdigkeit im Hintergrund eindeutig erkennt? Oder die Orts- und Datumsangaben der Bilddateien korrekt übermittelt werden? Vor allem: Wie werden all die Bilddateien ausgewertet, die am besten niemand jemals zu Gesicht bekommt?

          In diesem Punkt nämlich müssen wir der überschwänglichen Anpreisung am deutlichsten widersprechen: Unsere schmutzige Wäsche wäscht Google doch schon längst.

          Weitere Themen

          Ist doch nur ein Traum

          „La traviata“ in Berlin : Ist doch nur ein Traum

          Versuch einer Frauenphantasie: An der Komischen Oper Berlin inszeniert Nicola Raab Giuseppe Verdis „La traviata“ als Flucht aus der Cybersex-Welt ins Paris von vorgestern.

          Leia spielt Schlüsselrolle Video-Seite öffnen

          „Star Wars IX“ : Leia spielt Schlüsselrolle

          Ihre Rolle als Prinzessin Leia in Star Wars hat sie für ihre Fans unsterblich gemacht: Obwohl Schauspielerin Carrie Fisher seit drei Jahren verstorben ist, spielt sie in „Der Aufstieg Skywalkers“ dank moderner CGI-Technik mit.

          Topmeldungen

          In eine neue Zukunft? Das neue SPD-Führungsduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

          Neue SPD-Spitze : Zwei Neulinge, viele Helfer

          Die SPD hat eine koalitionskritische Hinterbänklerin und einen Polit-Pensionär an die Spitze gewählt. Aber der Rest der Führung besteht aus Parteiprofis, die überwiegend regieren wollen. Wer sind sie? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.