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Suchmaschinenmanipulation : Dokumente belegen Googles Wettbewerbsverzerrung

  • Aktualisiert am

Das Bewertungsportal Yelp fühlt sich im Wettbewerb mit Google benachteiligt. Bild: AP

Platziert Google eigene Inhalte prominenter als die der Konkurrenz? Das legen Dokumente nahe, die das Bewertungsportal Yelp veröffentlicht hat. Mit gezielter Filterung will Google offenbar auch das EU-Wettbewerbsfahren zu seinen Gunsten lenken.

          Das amerikanische Onlineunternehmen Yelp, dessen Kerngeschäft Bewertungen für Restaurants sind, wirft Google auf Grundlage einer selbsterstellten Analyse die Bevorzugung eigener Inhalte vor. Das berichtete das amerikanische Onlinemagazin Techcrunch, dem Yelp entsprechende Dokumente vorlegte. Aus diesen geht hervor, dass Google seine Suchergebnisse innerhalb der Vereinigten Staaten so manipuliere, dass vor allem Google+-Inhalte höher eingestuft würden als die der Konkurrenz. Erst kürzlich hatte Yelp eine Beschwerde gegen die Milde der europäischen Vereinbarung zum Kartellrecht im Falle Google öffentlich unterstützt.

          Die Dokumente, die das Unternehmen nun zugänglich machte, zeigen in bisher ungekannter Genauigkeit, wie Google seine Konkurrenz im Internet benachteiligt. Zu sehen sind Screenshots von einer Google-Suchmaske und den entsprechenden Ergebnissen zum selben Suchbegriff, einmal eingegeben in den Vereinigten Staaten, das andere Mal in Belgien. Während der Suchbegriff „hotels sf“ in den Vereinigten Staaten an erster Stelle eine auffällige schwarze Leiste mit Google+-Reviews zu Hotels der Umgebung zutage fördert, wird diese Leiste bei der Suche von Belgien aus gar nicht angezeigt. Die einzigen Google-Inhalte bestehen dort in einer Google Maps-Karte inklusive Markierungen.

          Yelp vermutete hinter der weniger prominenten Platzierung eigener Inhalte eine Taktik von Google. Mit der Filterung der Suchergebnisse, die in Europa nun weniger Hinweise auf aggressives Marketing seitens Google enthielten, wolle man die endgültige Entscheidung der EU im Wettbewerbsverfahren beeinflussen. Die europäischen Suchergebnisse vermittelten den Eindruck, als liefere der Algorithmus von Google eine ausgeglichene Übersicht über die Inhalte aller Mitbewerber.

          In einem weiteren Beispiel listete die Suchmaschine bei der Suche nach dem Namen eines Restaurants zusammen mit dem Stichwort „yelp“ an erster Stelle die Homepage des gesuchten Restaurants. Der Bewertungsbutton, der auf vielen solcher Homepages integriert ist, verlinkt jedoch zu einer Bewertungsseite von Google+. Die Yelp-Bewertungsseite, nach der ein Nutzer unter Angabe der oben genannten Stichworte höchstwahrscheinlich sucht, wurde erst an zweiter Stelle angezeigt. Yelp zufolge gehen so circa zwanzig Prozent der Klicks an Google verloren.

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