https://www.faz.net/-gqz-129ra

Google Books Settlement : Amerikanische Justiz prüft Googles Vergleich

  • Aktualisiert am

Bild: picture-alliance/dpa

Das amerikanische Justizministerium will das Google Books Settlement auf kartellrechtliche Folgen hin überprüfen. Ein Hinweis darauf, dass die amerikanische Justiz die Kritiker dieses Vergleichs zwischen Google und dem amerikanischen Autorenverband ernst nimmt.

          Das amerikanische Justizministerium hat nach einem Bericht der New York Times eine Überprüfung des Google Books Settlement auf kartellrechtliche Folgen hin veranlasst. Die Untersuchung muss zwar nicht bedeuten, dass das Ministerium dem Vergleich zwischen Google und dem amerikanischen Autoren- und Verlegerverband widersprechen wird. Sie ist jedoch ein Hinweis darauf, dass es die Kritiker dieser Vereinbarung ernst nimmt. Dieser Kritik zufolge gebe das Abkommen dem Suchmaschinenunternehmen unberechtigterweise die exklusive Erlaubnis, kommerziellen Gewinn aus Millionen von Büchern zu ziehen.

          Ohne Einwilligung der Rechteinhaber hat Google bisher etwa sieben Millionen Bücher aus amerikanischen Bibliotheken digitalisiert und auf seiner Buchsuche in Auszügen oder voller Länge veröffentlicht. Die amerikanischen Autoren und Verleger haben Google deshalb im Jahr 2005 eine Sammelklage wegen Urheberrechtsverletzung angestrengt. Das „Google Books Settlement“ soll diesen Streit schlichten, die Autoren würden dann über eine neu geschaffene Verwertungsgesellschaft an den Werbeeinnahmen beteiligt, die Google an der Buchsuche verdient. Dieser Vergleich, der noch nicht abschließend gebilligt ist, würde auch deutsche Autoren und Verleger betreffen, soweit es um urheberrechtlich geschützte Nutzungen ihrer Bücher in den Vereinigten Staaten geht.

          Er sieht vor, dass Google künftig Werke in verschiedener Form nutzen darf, von der Veröffentlichung von kurzen Ausschnitten bis hin zum Online-Verkauf der Bücher. Die Rechtsinhaber müssen diesen Nutzungen nur zustimmen, wenn die Werke noch lieferbar sind. Bei vergriffenen Werken können sie die Nutzung lediglich verbieten. Für alle Bücher, die bis zum 5. Mai dieses Jahres digitalisiert sind, sieht das Abkommen eine Vergütung in Höhe von sechzig Dollar pro Buch vor. Wer aus dem Vergleich aussteigen will, muss dies bis zum 5. Mai auf der Website www. googlebooksettlement.com tun, sonst fällt er automatisch unter die zwischen dem amerikanischem Autorenverband und Google ausgehandelte Vereinbarung. Dieser Termin wurde jetzt auf September verschoben (siehe Überall Einwände: Wird das „Book Settlement“ von Google vertagt?).

          Weitere Themen

          Knochenkegeln als Tanztheater

          Video-Filmkritik „John Wick 3“ : Knochenkegeln als Tanztheater

          Computertricks schaffen das nicht: „John Wick 3“ schlägt, tritt und erschießt mit wuchtig und präzise inszenierter Action alles, was das Massenkino heute sonst kann. Superhelden, fürchtet Euch vor Keanu Reeves!

          Tarantino stellt neuen Film vor Video-Seite öffnen

          Mit Hollywood-Stars besetzt : Tarantino stellt neuen Film vor

          Kult-Regisseur Quentin Tarantino präsentiert seinen neuen Film "Once Upon a Time in Hollywood" beim Filmfestival in Cannes. In den Hauptrollen sind Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie zu sehen. Im deutschsprachigen Raum läuft der Film ab Mitte August in den Kinos.

          Und wer fragt nach den Bäumen?

          Hans Traxler zum Neunzigsten : Und wer fragt nach den Bäumen?

          Er arbeitete in der Redaktion der Zeitschriften „Pardon“ und „Titanic“ und erzählte „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“: Jetzt wird Hans Traxler, der Meister der Perspektivwechsel, neunzig Jahre alt.

          Werner Herzog stellt neuen Film vor Video-Seite öffnen

          Filmfestspiele in Cannes : Werner Herzog stellt neuen Film vor

          "Family Romance, LLC" erzählt die Geschichte darüber, dass man in Japan Menschen mieten kann, damit sie zum Beispiel die Rolle toter Verwandter einnehmen. Werner Herzog zähltzu einem der wichtigsten Vertreter des „Neuen Deutschen Films".

          Grüner Konsens

          Vor SWR-Intendantenwahl : Grüner Konsens

          Zwei Kandidaten stellen sich morgen zur Intendantenwahl im SWR: Landessenderdirektorin Stefanie Schneider und Kai Gniffke, Chef der Redaktion ARD-aktuell. Wer soll es werden? Ministerpräsident Kretschmann gibt eine Empfehlung.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.