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Götz George wird siebzig : Der große Widerborst

  • -Aktualisiert am

Freundlich bis widerborstig: Der Jubilar Bild: dpa

Ein ganzes Schauspielerleben lang ist er populär geblieben. Auch die Anerkennung als Charakterdarsteller hat er längst gefunden. Sonst ist der Mime medienscheu - umso tiefer die privaten Einblicke, die ein filmisches Porträt gibt. Götz George wird siebzig.

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          Vielleicht liegt es an der ungebrochenen Vitalität des Jubilars, wenn das Fernsehen zum siebzigsten Geburtstag des Schauspielers Götz George vorrangig dessen jüngeres Schaffen aufgreift. Unterrepräsentiert bleiben frühere Stationen eines Schauspielers, der von Jugend an Popularität genoss, der mehrfach Figuren nahezu ikonischen Ranges verkörperte und gleichzeitig ehrgeizig an seiner Anerkennung als Charakterdarsteller arbeitete.

          Zum Schauspieler wurde George schon als Kind, zum Idol mit den Karl-May-Verfilmungen der frühen Sechziger. 1962 führte ihn „Der Schatz im Silbersee“ erstmals in die ewigen Jagdgründe des Radebeuler Präriepoeten: Wie der Held auf die Zeitgenossen wirkte, zeigt eine Kritik aus den „Düsseldorfer Nachrichten“ von 1963: „Mit spürbarer Freude am Spaß spielt Götz George den jungen Fred Engel, der auszieht, um seinen ermordeten Vater zu rächen und der sich nebenher auch noch ein bisschen mit Fräulein Patterson beschäftigen muss. Sonderapplaus belohnt seinen flotten Sprung aufs Pferd.“

          Dynamischer Teufelskerl und wüster Tausendsassa

          Seine zirzensischen Kabinettstückchen wurden zum Markenzeichen, doch war es Götz George vergönnt, nicht festgelegt zu werden auf den Part des dynamischen Teufelskerls. Er drehte mit Unterhaltungsregisseuren der Nachkriegsjahre, deren Vita teils bis zum Durchhaltefilm des Nationalsozialismus zurückreicht, fand aber ebenso Beschäftigung bei den Opponenten dieser Art von Kino. Einer von ihnen war Theodor Kotulla, der George mit der Hauptrolle von „Aus einem deutschen Leben“ (1977) betraute. Auch die nachwachsenden Genrefilmer wie Carl Schenkel, Dominik Graf, Nico Hofmann hatten wieder Verwendung für den einsatzfreudigen Mimen. Im Kino wie im Fernsehen.

          Bereits in den Fünfzigern war Götz George in einem Fernsehspiel zu sehen gewesen. 1969 übernahm er erstmals eine Serienrolle und spielte im regionalen Vorabendprogrammen der ARD in „Ein Jahr ohne Sonntag“ einen geplagten Familienvater. Wie ein Gegenentwurf zu diesem Konfliktstoff erscheint im Weiteren „Diamantendetektiv Dick Donald“. Die mit handfesten Raufereien, Verfolgungsjagden und frivolen Liebäugeleien aufwartende Serie anno 1971 insbesondere das puerile Publikum, das sich gern mit dem alliterierend benamsten Titelhelden identifizierte. Dem wüsten Tausendsassa zur Seite stand die Assistentin Daisy Johnson, gespielt von Georges damaliger Ehefrau Loni von Friedl.

          Der schäbige Kleinkriminelle mit den aufgeblähten Muskeln

          Dieser „James Bond der Edelsteinszene“ trieb dreizehn Folgen lang sein Wesen im ZDF. Eine Wiederaufführung hätte die nicht kleine Schar der Fernsehnostalgiker gewiss erfreut und jüngeren Generationen eine schnurrige Entdeckung beschert. Wo das Fernsehen versagt, springt der DVD-Handel ein: Am Freitag wird „Diamantendetektiv Dick Donald“ als Zweierbox veröffentlicht. Das ZDF aber übt sich zu Götz Georges Geburtstag überhaupt in Zurückhaltung und lässt auch „11 Uhr 20“ unentstaubt, einen vom Hausautor Herbert Reinecker im Geiste Francis Durbridges verfassten Dreiteiler, der 1970 die Zuschauernerven zum Beben brachte. Das ZDF hatte weiland nicht geknausert und neben Götz George internationale Stars wie Anthony Steel, Joachim Fuchsberger, Gila von Weitershausen, Nadja Tiller und Esther Ofarim angeheuert und überdies Dienstreisen bis in den vorderen Orient spendiert.

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