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Google reagiert auf Mails : Die ultimativen drei Antworten auf alles

Die App „Inbox“ ist jetzt ein Traum für Tippfaule. Bild: AFP

Gmail hat eine Software entwickelt, die den Nutzern das Tippen von Antworten abnimmt. Das System soll kreativ sein und auch dazulernen. Dabei braucht doch kein Mensch mehr als drei Antwort-Varianten.

          Wer die englischsprachige App „Inbox“ von Google Mail benutzt, erhält heute bereits Vorschläge zu Antworten. Da kommt also etwa die Frage: „Hast du schon Urlaub eingereicht?“ Und als Antwort offeriert Gmail: „Ich arbeite dran.“ Smart Reply nennt sich die Software, dank derer womöglich selbst die wurschtigsten Menschen etwas schneller auf Mails reagieren. Für solch tippfaules Volk soll sie alles bequemer machen.

          Um erahnen zu können, wie kreativ diese Antwortmöglichkeiten sind, wirft man am besten einen Blick in die automatischen SMS, die Android-Nutzern heute zum Abweisen einer Nachricht angeboten werden. „Ich fahre gerade“ und „Ich bin im Kino“ sind die ersten beiden Möglichkeiten – und damit Nachrichten, auf die die einzig mögliche Antwort wiederum lautet: „Dann leg gefälligst das Handy weg!“ Wer bitte schaut im Kino auf sein Smartphone? Eine viel lebensnähere und ehrlichere Antwort zum Abweisen würde zum Beispiel lauten: „Sorry, aber bei unserem letzten Telefonat hast du mich so gestresst, dass ich jetzt lieber weiter Wäsche zusammenlege.“

          Bei dienstlichen Mails hingegen ist natürlich mehr Diplomatie geboten. Die universell einsetzbare Antwort „Nein!“ wäre zwar sehr praktisch, würde aber doch zu Verwerfungen im Verhältnis zu den Vorgesetzten führen. Ihnen antwortet das System mittels einer Filterregel am besten automatisch: „Wie Sie meinen.“ Das ist knapp, lässt wenig Raum für Missverständnisse und bewahrt trotzdem eine gesunde Distanz zum Thema.

          Teamkollegen dagegen sind gut bedient mit der Pauschalantwort „Ich würde lieber nicht.“

          „Gehst du heute in die Konferenz?“ – „Ich würde lieber nicht.“

          „Tauschst du nächste Woche den Dienst mit mir?“ – „Ich würde lieber nicht.“

          „Willst du mit in die Kantine?“ – „Ich würde lieber nicht.“

          Damit geht man immer auf Nummer sicher. Schließlich kann das entweder heißen: Nein, nicht in die Kantine, aber gerne zum lauschigen Italiener ums Eck. Oder eben: Nicht mit euch, ihr Pfeifen. Was genau gemeint ist, werden die Kollegen sich schon selbst erschließen. Und wenn der Diensttausch oder die Konferenz ganz wichtig ist, wird der Kollege sowieso noch mal anrufen.

          Vorsicht bei der IT!

          Die dritte Variante gilt allen anderen Abteilungen. Der Haustechnik, der Marketing-Abteilung, was es da eben so gibt bei Ihnen. Was auch immer die schreiben, die Antwort lautet: „Da bin ich überhaupt nicht involviert. Bitte wenden Sie sich an den Kollegen XY.“ Als XY können Sie einen beliebigen Kollegen einsetzen, gerne auch häufiger wechseln, das sorgt für noch mehr Verwirrung und belastet die Kollegen wenigstens gleichmäßig. Aber machen Sie das bloß nicht mit der IT-Abteilung! Die brauchen Sie noch. Hier ist ausgesuchte Höflichkeit angezeigt.

          Und wenn mal wirklich gar nichts passt: Am diplomatischsten ist es immer noch, manche Mails einfach zu ignorieren. Egal, was Google dazu alles einfällt.

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