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Glaubwürdigkeit von Medien : Die meisten Deutschen vertrauen dem Radio

Hasso hört Radio. Bild: dpa

Die Mehrheit der Deutschen hält die Informationen in Medien für glaubwürdig. Unterschiede zeigen sich zwischen Jung und Alt, Ost und West sowie beim Vergleich der Anhänger verschiedener Parteien.

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          Laut einer repräsentativen Studie von Infratest dimap im Auftrag des WDR mit 1000 Befragten halten 61 Prozent der Deutschen die Informationen in deutschen Medien für glaubwürdig. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr, jedoch immer noch mehr als in den Jahren davor: 2015 hatte der Wert noch bei 52 Prozent, 2016 bei 57 Prozent gelegen.

          In weiteren Kategorien sortiert die Studie nach Region und grober politischer Einstellung: Demnach schätzen 48 Prozent der Ostdeutschen Informationen aus Medien als glaubwürdig ein, mit 64 Prozent sind es unter Westdeutschen deutlich mehr. Unter Menschen, die sich politisch in der Mitte sehen, vertrauen 59 Prozent der deutschen Presse. Ebenso viele sind es unter den Befragten, die sich eher rechts einordnen. Unter jenen, die sich als links bezeichnen, ist das Vertrauen größer: 69 Prozent.

          Nach unterschiedlichen Medien geordnet, gilt die höchste Glaubwürdigkeit – 78 Prozent der befragten – den öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Auf einen ähnlichen Wert kommen Tageszeitungen mit 76 Prozent. Die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender schätzen 59 Prozent als glaubwürdig ein, die von Zeitungen und Zeitschriften 46 Prozent. Weit abgeschlagen, die Boulevardpresse: Sieben Prozent halten sie für glaubwürdig.

          Ebenfalls weniger überraschend, dass die Studie beim Vergleich der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre mit Befragten ab einem Alter von 65 Jahren in der Mediennutzung deutliche Unterschiede feststellt: In der jüngeren Gruppe nutzen 48 Prozent das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Informationsquelle für das politische Geschehen, in der älteren sind es mit 87 Prozent fast doppelt so viele. Tageszeitungen werden von 35 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 34 Jahren genutzt. Unter den Menschen ab 65 Jahren lesen 64 Prozent regelmäßig ihre Zeitung. Als Hauptinformationsquelle für das politische Geschehen (hier waren keine Mehrfachnennungen möglich) sind Tageszeitungen nur bei sechs Prozent der jüngeren Gruppe interessant. Unter der älteren Vergleichsgruppe sind es 28 Prozent. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist hier für 46 Prozent der Älteren an oberster Stelle, bei den Jüngeren für zwanzig Prozent.

          Die „Infratest dimap“-Studie fragte jedoch nicht nur nach der Glaubwürdigkeit von deutschen Medien, sondern auch danach, ob sie den beitragsfinanzierten Rundfunk für relevant halten: Insgesamt halten sechzehn Prozent der Deutschen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für verzichtbar, unter den 18 bis 34-Jährigen sind es 29 Prozent.

          Auch nach einem möglichen Grund dafür wurde gefragt: Insgesamt sind 38 Prozent der Deutschen der Meinung, dass deutschen Medien von Staat und Regierung vorgegeben wird, worüber sie zu berichten haben. Im Osten Deutschlands sind 50 Prozent der Befragten dieser Meinung, im Westen 35 Prozent. Am stärksten ist diese Meinung bei AfD-Anhängern vertreten – 80 Prozent –, unter FDP-Anhängern ist sie mit 64 Prozent ebenfalls in der ausgeprägter als bei anderen Parteien. Unter den Anhängern der Grünen sind laut Studie nur 26 Prozent dieser Meinung. Insgesamt glauben 37 Prozent, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk am stärksten davon betroffen sei, neun Prozent haben besonders Zeitungen im Verdacht.

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