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Finanzen von ARD und ZDF : Geringverdiener, allein zu Haus

Zahlen die öffentlich-rechtlichen Sender zu viel Gehalt? Bild: dpa

Die Finanzkommission Kef sagt, die Gehälter bei ARD und ZDF seien zu hoch. Die Sender sehen das natürlich anders. Gutachten steht gegen Gutachten. Wie fällt die Rechnung aus?

          5 Min.

          Was fehlte, würde der Rundfunkbeitrag künftig Jahr für Jahr automatisch angehoben und nicht mehr von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (Kef) ermittelt, führt die Kommission selbst gerade wieder vor Augen: Es fehlte eine transparente Bilanzprüfung der öffentlich-rechtlichen Sender, die deren Finanzwünsche und das dem Grundversorgungsauftrag gemäß Gebotene ins Verhältnis setzt.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Alle zwei Jahre legt die Kommission einen Bericht zur Finanzlage der Sender vor, alle vier Jahre (bisweilen auch zwischendurch) macht sie einen Vorschlag zur Höhe des Rundfunkbeitrags, dem die für die Medienpolitik zuständigen Bundesländer in der Regel folgen. Der aktuelle Vorschlag lautet: Der Rundfunkbeitrag wird zum 1. Januar 2021 um 86 Cent pro Monat erhöht, von 17,50 auf 18,36 Euro. Das würde den öffentlich-rechtlichen Sendern im Laufe einer Gebührenperiode von vier Jahren etwa 1,6 Milliarden Euro mehr als jetzt einbringen, da sie pro Jahr acht Milliarden Euro aus dem Rundfunkbeitrag zur Verfügung haben. 1,6 Milliarden – das ist ungefähr die Hälfte von dem, was die Sender gefordert hatten. Auf diese Erhöhung lautet die Rechnung, welche die Kef aktuell vorgenommen hat.

          Was bei einer solchen Rechnung herauskommt, kann man auf vielen hundert Seiten nachlesen. Ein Prüfpunkt des nächsten Berichts, der für den Februar 2020 erwartet wird, ist allerdings jetzt schon publik geworden. Es ist ein wunder Punkt der öffentlichen-rechtlichen Sender: die Gehälter, welche die Anstalten zahlen. Sie sind zu hoch, meint die Finanzkommission Kef. Das berichtet der Branchendienst „Medienkorrespondenz“. Deshalb zieht die Kef den Anstalten bei ihrem „Finanzbedarf“ für die Jahre 2021 bis 2024 60,3 Millionen Euro ab.

          Fünfzehn Prozent mehr Gehalt als in Verwaltung

          Die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verdienen überproportional gut, lautet der Befund eines Gutachtens der Beratungsgesellschaft Kienbaum mit Blick auf das Gesamtpaket der Gehälter: Grundgehalt, Sonderzahlungen, Nebenleistungen und Altersversorgung. Nimmt man dies zusammen, fällt die Bezahlung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk laut von der Kef eingeholtem Gutachten besser aus als diejenige für vergleichbare Jobs in der öffentlichen Verwaltung und in privaten Medienunternehmen. Insbesondere die Gehälter beim Bayerischen, Hessischen, Norddeutschen, Westdeutschen Rundfunk und beim ZDF seien üppig. Sie lägen, nach dem von „Medienkorrespondenz“ zitierten Kienbaum-Gutachten, um fünfzehn Prozent oberhalb des Median-Werts vergleichbarer Stellen in der öffentlichen Verwaltung; bei BR, HR, WDR und ZDF lägen die Vergütungswerte auch „überwiegend oberhalb des Medians der allgemeinen Wirtschaft“. Beim Vergleich der Sender untereinander zeige sich zudem, dass auch hier BR, HR, ZDF und WDR (sogar sehr deutlich) über dem Schnitt liegen – auch der Saarländische Rundfunk. Weil dies so ist, nimmt die Kef Abstriche bei den von den Sendern angemeldeten Personalkosten vor. Besagte 60,3 Millionen Euro sind es insgesamt. Davon entfallen 49,1 Millionen Euro auf die ARD, 9,6 Millionen auf das ZDF und 1,7 Millionen Euro auf das Deutschlandradio.

          Diese Angaben sind nicht nur mit Blick auf den von den Intendanten immer wieder ins Feld geführten, angeblichen „Spardruck“ interessant, aufschlussreich ist auch, dass ausgerechnet die Sender, die am lautesten über angeblich leere Taschen klagen – wie zum Beispiel der Hessische und der Westdeutsche Rundfunk –, am meisten Geld für Gehälter ausgeben. Dabei geht es nicht nur um die Spitzensätze, wie sie etwa der WDR-Intendant mit einem Jahressalär von 399.000 Euro oder der ZDF-Chef mit rund 375.000 Euro bilden, sondern um das gesamte Gehaltsgefüge, in dem Chefredakteure und Direktoren nicht sehr weit hinter den Intendanten rangieren. Die Spitzensätze für freie Mitarbeiter, Moderatoren wie Markus Lanz zum Beispiel, der beim ZDF auf ein siebenstelliges Jahreshonorar kommen dürfte, werden hier nicht berücksichtigt.

          Höhere Altersstruktur als in freier Wirtschaft

          Man gehe davon aus, zitiert die „Medienkorrespondenz“ die Kef, dass die Anstalten, bei denen das Geld für Gehälter besonders locker sitzt, „deutliche Anstrengungen unternehmen, ihre überproportionalen Vergütungsniveaus zu korrigieren“.

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