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Getötete Journalistin in Malta : Der Mörder von Daphne Caruana Galizia packt aus

Hat den Mord im Interview eingestanden: George Degiorgio, hier auf dem Weg vom Gericht in Valletta zur Haftanstalt, im März des vergangenen Jahres. Bild: via REUTERS

George Degiorgio, angeklagt für den Mord an der Investigativjournalistin, hat die Tat in einem Interview gestanden. Er habe für die Tat zu wenig Geld verlangt, sagt er. Verrät er nun die Hintermänner?

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          Im Fall der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia gibt es eine möglicherweise folgenreiche Wendung. In einem Interview in seiner Zelle in einem Gefängnis in Valletta mit der Nachrichtenagentur Reuters gestand der des tödlichen Bombenattentats vom 16. Oktober 2017 beschuldige George Degiorgio die Tat. „Für mich war es bloß ein Geschäft. Yeah, business as usual“, zitiert Reuters den Auftragsmörder. In dem am Dienstagabend veröffentlichten Gespräch fügt der 60 Jahre alte Degiorgio hinzu: „Natürlich tut es mir leid.“

          Ein Auftragsmord unter Preis

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Der Killer konzediert aber auch, er habe zu wenig über die Person gewusst, die zu töten er gemeinsam mit zwei Komplizen den Auftrag erhalten habe, und deshalb hätten sie den Auftragsmord gewissermaßen unter Preis verübt: „Hätte ich mehr gewusst, hätte ich zehn Millionen Euro verlangt statt 150.000.“ Nach den bisherigen Ermittlungen haben die drei Auftragskiller für den Mord an der 53 Jahre alten Journalistin und dreifachen Mutter jeweils 150.000 Euro erhalten. Caruana Galizia war die prominenteste Journalistin Maltas, die in ihrem 2008 eingerichteten Blog „Running Commentary“ unermüdlich Nepotismus und Korruption in Politik und Wirtschaft der Inselrepublik aufgedeckt und angeprangert hatte.

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